SZ-Kolumne "Bester Dinge":Kuh vadis?

Bester Dinge
(Foto: Thomas Häntzschel/Picture Alliance)

Töpfchentraining für Kinder funktioniert offenbar auch bei Kälbern: Künftig sollen Kühe ihren Urin auf einer Art Toilette abgeben - der Umwelt zuliebe.

Von Violetta Simon

In den Fünfzigerjahren, als Windeln noch aus Stoff waren und von Hand gewaschen werden mussten, waren Kinder im Durchschnitt mit 18 Monaten trocken. Heute, in Zeiten von Wegwerfwindeln, dauert das schon länger. All der Plastikmüll - nicht wirklich gut für die Umwelt, so viel steht fest.

Doch auch ohne Windeln können Ausscheidungen das Klima belasten. Beispiel Kuhstall. Dort wurde bisher hektoliterweise Urin unkontrolliert ausgeschieden - und mit ihm Ammoniak, das umweltschädlichen Stickstoff enthält. Zum Glück gibt es eine Lösung: Künftig soll die Notdurft der Kühe rechtzeitig aufgefangen werden, bevor sie ins Wasser gelangt und sich in Treibhausgas verwandelt. Dazu müssen die Tiere jedoch, ähnlich wie Menschenkinder, lernen, ihren Harndrang zu kontrollieren und an dafür vorgesehener Stelle zu pinkeln, nämlich auf dem Klo.

Wie der Guardian berichtet, haben Verhaltensforscher der Universität von Auckland in Neuseeland mit 16 Kälbern eine Studie durchgeführt und eine Art Töpfchentraining absolviert. Elf der Tiere lernten demnach innerhalb von 15 Tagen tatsächlich, nicht einfach zu pullern, wenn ihnen danach ist, sondern sich in eine Pipi-Box namens "Moo Loo" (Muhklo) zu begeben. Einer der Forscher sagte, viele würden sie als "verrückte Wissenschaftler" bezeichnen. Aber dank ihrer Studie seien jetzt die Bausteine für weitere Forschungen gelegt.

Womöglich gelingt es ja eines Tages, Kühen gleich auch noch das unkontrollierte Furzen und Rülpsen abzugewöhnen - und die Methode auf den Menschen zu übertragen. Das wäre dann wirklich erholsam, nicht nur fürs Klima.

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© SZ/lot
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