bedeckt München 17°
vgwortpixel

Indonesien:Reptil im Reifen

Salzwasserkrokodil in Nöten - Hals steckt in Reifen

Braucht Hilfe: Salzwasserkrokodil mit einem Reifen um den Hals.

(Foto: dpa)
  • Seit mindestens zwei Jahren steckt ein Krokodil in einem Fluss auf der Insel Sulawesi in Indonesien in einem Reifen fest.
  • Das mittlerweile vier Meter lange Tier wächst allerdings weiter und droht zu ersticken.
  • Nun hat eine Behörde eine "ordentliche Summe" ausgelobt für denjenigen, der das Tier befreit.

Es wäre die perfekte Aufgabe für Crocodile Dundee und seine große Machete - schade, dass der charmante Krokodilfänger eben nur eine fiktive Figur aus dem gleichnamigen Kinofilm aus den Achtziger Jahren ist. Und Darsteller Paul Hogan, aber das nur am Rande, inzwischen 80 Jahre alt ist.

Ein in Notlage geratenes Salzwasserkrokodil in einem Fluss auf der Insel Sulawesi in Indonesien wird daher weiter auf Hilfe warten müssen. Das mittlerweile etwa vier Meter lange Tier steckt seit zwei Jahren im Reifen einer Vespa fest und kann sich alleine nicht mehr befreien. Was im ersten Moment amüsant klingt, wird für das Reptil langsam gefährlich: Da es immer weiter wächst, droht es in Kürze von dem Reifen stranguliert zu werden.

Das würden eine Menge Menschen gerne vermeiden. Eine indonesische Behörde hat nun sogar eine Belohnung für die Rettung des Krokodils versprochen. Bislang waren alle Versuche, dem Reptil zu helfen, vergeblich. Tierschützer aus Australien, ein Abenteurer und sogar Menschen mit angeblich übernatürlichen Kräften hatten ihr Glück versucht.

Gefährliche Gegend

"Wer auch immer den Reifen vom Hals des Krokodils entfernen kann, wird die Belohnung bekommen", sagte der regionale Naturschutz-Chef Hasmuni Hasmar der Deutschen Presse-Agentur. Er werde das Geld aus eigener Tasche zahlen.

Es soll eine ziemlich ordentliche Summe sein - wie viel genau, sagte er nicht: Hasmar befürchtet, dies könne unqualifizierte Leute anlocken, die sich in Gefahr bringen - denn in der Gegend gebe es um die 36 Krokodile. Dem Reifen-Reptil im Wasser ein Beruhigungsmittel zu geben, komme nicht in Frage: "Wenn wir da runter gehen, können uns andere Krokodile angreifen", sagte der Behördenchef.

Man habe bereits versucht, dass Krokodil mit Hühnchen und anderem Fleisch anzulocken, aber es zeige an den Happen kein Interesse, zitiert die Daily Mail einen anderen Behördenmitarbeiter. Man habe sogar, erklärte der Mann demnach, eine Krokodilfalle - nur einsetzen könne man sie nicht, weil im Notfall das wilde Krokodil nicht zu kontrollieren sei.

Bleibt abzuwarten, ob die augelobte Belohnung einen echten Crocodile Dundee auf den Plan ruft. Viel Zeit bleibt laut Naturschützern nicht mehr: Sie fürchten, dass das Krokodil in wenigen Monaten tot sein wird, wenn niemand den Reifen entfernt.

© SZ/dpa/mkoh/afis
Eulen Café Japan

SZ Plus
Tierschutz
:Zum Kaffee ein Käuzchen

Japaner lieben Tiercafés. Mittlerweile knuddeln sie dort nicht mehr nur Katzen und Hunde, sondern auch Wildtiere, etwa Eulen, Igel, Schlangen oder Otter.

Von Thomas Hahn

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite