Kriminalität U-Boot-Kapitän Madsen gibt Leichenschändung zu

Im diesem U-Boot kam die Journalistin Kim Wall vermutlich zu Tode. Besitzer Peter Madsen behauptet, es war ein Unfall.

(Foto: Jens Dresling/dpa)
  • Der dänische Tüftler Peter Madsen hat sich vor Gericht der Leichenschändung schuldig bekannt.
  • Madsen sitzt nach dem Untergang seines U-Boots weiter in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die Journalistin Kim Wall, die einen Artikel über ihn schreiben wollte, getötet zu haben.

Der Fall um die mutmaßlich an Bord eines U-Bootes in Dänemark zu Tode gekommene Journalistin Kim Wall nimmt eine neue Wendung. Seit 24 Tagen sitzt Peter Madsen, Erfinder und Konstrukteur des U-Bootes jetzt im Gefängnis. Ihm werden Mord und Leichenschändung vorgeworfen.

Zumindest den zweiten Vorwurf räumt er während der Verhandlung ein. Wall sei gestorben, weil die 70 Kilogramm schwere Luke des U-Bootes ihr mit voller Wucht auf den Kopf gefallen sei. Nach einem Tauchgang hätten die beiden frische Luft schnappen wollen. Vergeblich habe er die Luke halten wollen, sei jedoch ausgerutscht. Indem er Walls Körper dann dem Meer überlassen habe, habe er die Totenruhe gestört, sagte seine Anwältin jetzt der dänischen Boulevardzeitung BT.

Der unbekleidete Torso der Journalistin war knapp zwei Wochen nach ihrem Verschwinden südlich von Kopenhagen angeschwemmt worden. Gliedmaßen und Kopf der Leiche fehlten. Madsen sagte vor Gericht, dafür sei er nicht verantwortlich. Als er die Leiche der Frau ins Wasser geworfen habe, sei sie noch vollständig und bekleidet gewesen. Er habe ihr auch nicht die Metallteile angebunden, die später am Körper gefunden wurden. Zudem bestritt er Sex mit der Journalistin gehabt zu haben. Die Beziehung sei rein professionell gewesen.

Nach dem Willen der Anklage soll Madsen nun psychologisch untersucht werden. Das Gericht entschied, dass er mindestens bis zum 3. Oktober in Untersuchungshaft bleibt.

Wall wollte Erfinder porträtieren

Zuletzt gesehen wurde Wall am 10. August. Das U-Boot sank am Tag danach vor der dänischen Ostküste. Die Polizei vermutet, dass Madsen dieses absichtlich herbeigeführt hat, um Spuren zu verwischen. Er habe nicht damit gerechnet, dass es jemals wieder genutzt werden würde, sagte er im Prozess. Daher habe er die Ventile geöffnet, sei auf die Brücke gelaufen und habe ein Boot in der Nähe gerufen.

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Zunächst hatte Madsen ausgesagt, er habe Wall mehrere Stunden nach Beginn ihrer gemeinsamen U-Boot-Fahrt abgesetzt und er wisse nicht, was mit ihr danach passiert sei. Später änderte er seine Aussage und sagte, die Schwedin sei bei einem Unfall an Bord ums Leben gekommen und er habe sie auf See bestattet. .