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Kriminalität - Suhl:Ermittlungen zu Pferdequälerei: Polizei bildet Arbeitsgruppe

Suhl (dpa/th) - Zur Aufklärung mehrerer Fälle von Tierquälerei an Pferden hat die Thüringer Polizei eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Federführung liege bei der Landespolizeiinspektion Suhl, in dem Fahndungsteam arbeiteten zudem Beamte aus Gotha und Jena mit, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

In den vergangenen Monaten waren in verschiedenen Teilen Thüringens Stuten von einem oder mehreren Unbekannten durch Stich- und Schnittwunden schwer verletzt worden. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass eines der Tiere nach einer Misshandlung in Drognitz im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt eingeschläfert werden musste.

In den vergangenen Monaten berichtete die Polizei immer wieder über ähnliche Fälle, bei denen etwa bei Weimar, im Wartburgkreis und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen Tierquäler Pferde auf Koppeln verletzten oder sogar töteten. Die Polizei schließt einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen Fällen nicht aus und ermittelt nun entsprechend.

Wie auch in anderen Fällen hat die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zu einer Verurteilung führen. "Die gehäuften Übergriffe auf Stuten in der Region müssen endlich beendet und der Täter gefasst werden", hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Gefordert wurde in diesem Zusammenhang ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde sowie bereits überführte Tierquäler erfasst werden sollten. So könnten mögliche Zusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden.

Die Tierschützer registrieren nach eigenen Angaben seit 2013 bundesweit Taten von sogenannten Pferderippern. In jüngerer Zeit wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Fälle bekannt. So war im Löwenberger Land im Januar eine Zuchtstute auf der Weide eines bekannten Pferdezüchters mit schweren Schnittverletzungen am Bauch gefunden worden. Das Tier, dessen Wert auf rund 10 000 Euro geschätzt worden war, musste notoperiert werden.

Im März war in Grünow (Mecklenburg-Vorpommern) eine Stute mit einem Stechwerkzeug schwer am Hinterteil verletzt worden. Das Tier stand in einem offenen Stall eines Pferde- und Ponyhofes, dessen Betreiber das Tier fanden.