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Kriminalität - Stralsund:Polizeiautos vor Revier mit Brandsätzen angegriffen

Stralsund/Schwerin (dpa/mv) - Unbekannte haben vor einer Polizeidienststelle in Stralsund Polizeiautos mit Brandsätzen attackiert und sind geflohen. Nach ersten Erkenntnissen waren vor dem Revier in der Altstadt fünf Autos betroffen, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag in Neubrandenburg sagte. Verletzt wurde niemand. Nach den Tätern wurde zunächst erfolglos gefahndet. In drei Fällen zündeten die Brandsätze, so dass ein Streifenwagen und zwei zivile Wagen von Beamten stark beschädigt beziehungsweise zerstört wurden. Der Schaden wurde zunächst auf rund 40 000 Euro geschätzt.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte den Brandanschlag ebenso wie die Gewerkschaft der Polizei. "Diese niederträchtige Tat richtet sich ganz offensichtlich gegen die Landespolizei und damit auch gegen unseren Rechtsstaat", teilte der Minister in Schwerin mit. Hier seien Grenzen überschritten worden. Diejenigen, die für die Sicherheit der Bürger eintreten, seien Ziel eines hinterhältigen Angriffs gewesen. "Wir können von Glück reden, dass niemand verletzt wurde", erklärte Caffier.

Der Vorfall hatte sich gegen 4.40 Uhr unweit der Jakobikirche im denkmalgeschützten Stadtzentrum ereignet. Feuerwehrleute löschten die Flammen. Das Gelände ist vom Revier nicht einsehbar. Zeugen gab es laut Polizei nicht. Einer der Wagen war am Heck völlig verbrannt, ein anderer Wagen hatte ein verkohltes Dach, als ob der Brandsatz direkt darauf gestellt worden war.

Es war nicht die erste Brandattacke auf Polizeiwagen im Nordosten. Wie eine Sprecherin in Rostock erklärte, gab es 2016 im Stadtteil Lichtenhagen eine ähnliche Brandattacke und eine weitere vor längerer Zeit im Stadtteil Reutershagen. Dabei waren in Reutershagen Autos von Beamten auf dem Gelände einer Dienststelle angegriffen worden, die zuvor bei der Absicherung eines NPD-Fackelmarsches in Demmin im Einsatz waren.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Christian Schumacher, forderte in dem Zusammenhang sichere Parkplätze für die Polizisten. "Vielleicht sorgt ja dieses Ereignis endlich für eine Erleuchtung bei einigen Politikern, Finanzexperten und geistigen Brandstiftern", erklärte Schumacher. Zwar besuchten Politiker immer wieder Polizeidienststellen. Die Parkplatzsituation habe sich nicht wirklich verbessert.

Die Schweriner AfD-Landtagsfraktion verurteilte die Tat. "Der Anschlag zeigt, wozu Extremisten in Mecklenburg-Vorpommern mit struktureller Gewalt fähig sind", teilte Fraktionsvorsitzender Nikolaus Kramer mit. Diese Tat sollte von allen relevanten politischen Kräften im Land verurteilt werden. Die schlechte Parkplatzsituation in Stralsund könnte als Einladung für einen extremistischen Anschlag gegen den Staat fungiert haben.