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USA:Zwei Festnahmen nach tödlichen Schüssen auf schwarzen Jogger

Schwarzer Jogger von Weißen erschossen - Video empört in den USA

Dieses Videostandbild soll Ahmaud Arbery (links) zeigen, wie er am 23. Februar 2020 auf einer Straße außerhalb von Brunswick beim Joggen verfolgt wird.

(Foto: Uncredited/dpa)

Zwei Monate ist es her, dass der 25-jährige Afroamerikaner Ahmaud Arbery von Weißen erschossen wurde. Nun ist ein verstörendes Video aufgetaucht - und ein Ex-Polizist und sein Sohn wurden festgenommen.

Ein mutmaßlicher Fall von Rassismus sorgt in der USA für Entsetzen. Ahmaud Arbery ging am 23. Februar in Brunswick im US-Bundesstaat Georgia joggen. Es war ein Sonntag, er soll unbewaffnet gewesen sein. Plötzlich soll der schwarze 25-Jährige von mindestens zwei Weißen in einem Pritschenwagen verfolgt, gestoppt - und erschossen worden sein. Besondere Brisanz gewinnt der Fall nun, zwei Monate später, durch die Veröffentlichung eines verstörenden Handy-Videos. Zwei Tatverdächtige wurden daraufhin festgenommen.

Die unter anderem vom Anwalt der Familie des Opfers weiterverbreitete Aufnahme zeigt, wie ein Jogger auf einen stehenden Pick-up zuläuft. Als er um das Fahrzeug herumläuft, wird er in ein Handgemenge mit einem Mann mit einem Gewehr verwickelt, der vor dem Pick-up steht. Ein weiterer Mann auf der Ladefläche scheint gleichzeitig eine Handfeuerwaffe in Anschlag zu bringen. Schüsse sind zu hören. Der Aussage eines Verdächtigen im Polizeibericht zufolge brach Arbery dann auf der Straße zusammen. US-Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um einen früheren Polizisten, 64, und dessen Sohn, 34.

Dem von der New York Times veröffentlichten Polizeibericht zufolge dachte der Vater, bei Arbery handle es sich um einen Einbrecher, der zuvor auf Videokameras in der Nachbarschaft aufgenommen worden sei. Er habe daraufhin seinen Sohn gerufen, beide hätten sich bewaffnet. Sie seien Arbery in ihrem Pick-up hinterhergefahren und hätten ihm zugerufen, sie wollten mit ihm sprechen. Dann hätten sie angehalten. Im Polizeibericht heißt es, der Sohn sei mit seinem Gewehr ausgestiegen. Der Vater habe angegeben, Arbery habe den Sohn dann angegriffen, es sei zu einem Kampf ums Gewehr gekommen. Der Sohn habe zweimal geschossen. Arbery sei an den Verletzungen gestorben.

Der Anwalt der Familie des Opfers, Lee Merritt, sprach am Mittwoch (Ortszeit) von drei Verdächtigen. Er wirft ihnen Mord vor. "Herr Arbery hatte kein Verbrechen begangen und es gab keinen Grund für diese Männer zu glauben, dass sie das Recht hätten, ihn mit Waffen zu stoppen oder tödliche Gewalt anzuwenden." In der Mitteilung heißt es weiter, die Verdächtigen müssten bis zur Anklageerhebung in Untersuchungshaft genommen werden. Zwar habe der Staatsanwalt angekündigt, den Fall vor ein Geschworenengericht zu bringen. Wegen der Corona-Pandemie seien Geschworenengerichte derzeit aber ausgesetzt.

Georgias Generalstaatsanwalt Chris Carr (Republikaner) zeigte sich "zutiefst beunruhigt" von dem Video. Die demokratische US-Senatorin Kamala Harris teilte mit, das Video mache sie "krank bis ins Mark". Sie schrieb auf Twitter: "Es sollte kein Todesurteil sein, als Schwarzer Sport zu treiben." Auch Prominente wie Basketball-Superstar LeBron James fanden klare Worte zu dem Vorfall. "Wir werden jeden Tag/jedes Mal buchstäblich gejagt, wenn wir unsere eigenen vier Wände verlassen! Können nicht mal joggen gehen", schrieb der Profi der Los Angeles Lakers zu einem Bild Arberys auf Instagram.

Am Donnerstag wurden schließlich die beiden Tatverdächtigen festgenommen. Dem 64-Jährigen und seinem Sohn werde schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt, erklärte das Kriminalamt GBI. Der Sohn wird beschuldigt, Arbery erschossen zu haben. Die Ermittler kündigten für Freitag eine Pressekonferenz an.

© SZ/dpa/aner/mkoh/afis/mpu

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