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Kriminalität:Riesenpudel verrät totgeglaubte Deutsche auf Mallorca

Luftbild, Ortsansicht und Hafen Santa Ponsa, Bucht von Santa Ponsa, Cruz del Descubrimiento, Santa Ponsa, Calvià , Mallo

In Santa Ponça auf Mallorca soll die Deutsche unter falscher Identität gelebt haben.

(Foto: Hans Blossey via www.imago-images.de/imago images/Hans Blossey)

Die 47-Jährige soll eine Million Euro unterschlagen und auf der Insel unter falschem Namen gelebt haben. Nun kamen ihr Privatdetektive auf die Schliche.

Auf Mallorca ist eine Deutsche festgenommen worden, die ihren Tod vorgetäuscht haben soll, um einem Verfahren wegen Unterschlagung zu entgehen. Detektive kamen ihr auf die Spur, verraten haben die Frau offenbar ihr Hund, ein seltener Riesenpudel, sowie Fotos im Netz.

Zunächst hatte die Zeitung Diario de Mallorca über den Fall berichtet. Die Polizei bestätigte nun die Geschichte. Die 47-jährige Inna Z. stehe im Verdacht, ihren ehemaligen Arbeitgeber um fast eine Million Euro betrogen zu haben, schreibt die Zeitung. Als sie deshalb im vergangenen November zu einem Gerichtstermin auf der Baleareninsel erscheinen sollte, hätten ihre Eltern mitgeteilt, sie sei im März in Rostock bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Eltern legten eine Sterbeurkunde vor, offenbar war das Dokument gefälscht.

Der ehemalige Arbeitgeber der Frau, eine Firma, die sich der Produktion von Solarenergie widmet, bezweifelte allerdings die Angaben der Eltern - und beauftragte Privatdetektive. Diese hätten dann Aktivitäten auf einem Profil der Frau in den sozialen Medien entdeckt - darunter Fotos von dem Riesenpudel, der auf Mallorca äußert selten ist. Der Hund führte sie schließlich auch zu der Frau, die unter falscher Identität in Santa Ponça im Südwesten der Insel lebte.

Offenbar observierten die Detektive über längere Zeit Hundeparks. Ein Mann, der mit einem solchen Pudel Gassi ging, habe die Detektive schließlich zu dem Haus der Gesuchten geführt. Daraufhin sei die Polizei verständigt worden, die die Frau Anfang der Woche in ihrem Auto in der Nähe festnahm. Im Kofferraum: der Riesenpudel. Laut dem Zeitungsbericht hatte Inna Z. ein zweites Fluchtauto auf der Rückseite ihre Hauses bereitstehen, falls die Polizei bei ihr zuhause auftauchen sollte. Nun wurde sie einem Haftrichter vorgeführt, der sie unter Auflagen freigelassen habe.

© SZ/dpa/afis/feko
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