Kriminalität - Pasewalk:Deutlich mehr Flüchtlingsschleusungen aus Belarus 2021

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Penkun/Anklam (dpa/mv) - Die illegalen Einreisen von Flüchtlingen im Herbst 2021 über die sogenannte Belarus-Route haben in Vorpommern die Zahl der Kriminalitätsfälle in diesem Bereich deutlich steigen lassen. Wie aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Anklam hervorgeht, wurden 2021 insgesamt 897 Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und das EU-Freizügigkeitsgesetz aufgenommen. Das war mehr als das Dreifache des Wertes von 2020.

Hintergrund war die hohe Zahl an Menschen, die vor allem aus Syrien, Irak, Iran und Jemen kamen und meist mit Schleusern von der polnischen Grenze zu Belarus in Fahrzeugen in den Süden Vorpommerns gebracht wurden. Die Bundespolizei griff immer wieder Gruppen von Flüchtlingen auf, die zum Teil unter widrigen Bedingungen transportiert worden waren. Wegen des "Tatortprinzips" werden solche Straftaten laut Polizei in die Kriminalitätsstatistik der Region Vorpommern-Greifswald einbezogen, die an Polen grenzt.

Die Flüchtlinge wurden damals in Erstaufnahmeeinrichtungen nach Westmecklenburg und Berlin gebracht. Inzwischen kommt es auch zu ersten Prozessen gegen mutmaßliche Schleuser. So wurde ein Paar aus Polen am Amtsgericht Pasewalk zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Strafe ist aber noch nicht rechtskräftig. An diesem Mittwoch beginnt in Neubrandenburg ein Prozess gegen vier mutmaßliche Schleuser, die im Oktober 2021 bei Ladenthin nahe Penkun mit 17 Migranten in einem Fahrzeug gefasst worden waren. 

© dpa-infocom, dpa:220404-99-787576/3

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