Kriminalität Model berichtet von mysteriöser Entführung

  • Die 20-jährige Britin Chloe Ayling ist nach Polizeiangaben am 10. Juli in Mailand entführt und eine Woche lang festgehalten worden. Die Entführer wollten sie im Internet versteigern.
  • Am 17. Juli ließen die Entführer die Frau aus noch nicht geklärten Umständen wieder frei und brachten sie zum britischen Konsulat. Einen Tag später wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Am 10. Juli reist die Britin Chloe Ayling nach Mailand, der Modehauptstadt Italiens. Hier ist sie zu einem Fotoshooting eingeladen. Sie träumt davon, als Model Karriere zu machen. Doch vor Ort warten kein Fotograf, keine Kamera und Scheinwerfer auf sie, sondern zwei Männer, die die junge Frau überwältigen. Sie stecken sie in einen Koffer und halten sie eine Woche lang in einer Bettschublade fest - bis sie sie plötzlich wieder frei lassen. Der mysteriöse Entführungsfall aus Italien sorgt weltweit für Entsetzen.

Die Britin ist mittlerweile wieder in ihrer Heimat angekommen. Die italienische Polizei ging aber erst jetzt mit dem Entführungsfall an die Öffentlichkeit. Noch immer suchen die Beamten nach den Hintermännern der Tat, ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen. Viele Hintergründe der Entführung sind noch unklar.

"Eine Person mit schwarzen Handschuhen griff mich von hinten, packte mich am Hals und hielt mir mit der anderen den Mund zu", berichtet Chloe Ayling der italienischen Zeitung Corriere della Sera zufolge der Polizei. Demnach habe ihr eine zweite Person mit einer schwarzen Sturmhaube eine Spritze gegeben. Vermutlich verlor Ayling daraufhin das Bewusstsein. Erst im Kofferraum eines Autos soll sie wieder aufgewacht sein, Hände und Füße gefesselt, Klebeband über dem Mund. "Ich steckte in einer Tasche und konnte nur durch ein kleines Loch atmen."

Die Polizei bestätigte in einer Mitteilung, dass die Männer die Frau in einen Koffer gesteckt und im Kofferraum in einen vier Stunden entfernten Ort in die Nähe von Turin gefahren hätten. In einem Haus sei sie dann gefangen gehalten worden. Das Ziel der Entführer sei es gewesen, das Model im sogenannten Deep Web an den Höchstbietenden zu versteigern, um mit ihr Aufnahmen für Porno-Webseiten zu machen. Zugleich hätten sie versucht, vom Agenten des Models 300 000 Dollar zu erpressen.

Erst am 17. Juli erlangte die Frau demnach ihre Freiheit zurück. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge ließ einer der Entführer, der 30-jährige Pole Lukasz H., sein Opfer frei und brachte es zum britischen Konsulat. Angeblich soll ein Grund gewesen sein, dass die Frau ein zweijähriges Kind habe. Die Daily Mail berichtet, dass man einen Brief bei der Frau gefunden haben soll, in dem ihre Entführung als "Fehler" bezeichnet wurde.

H., der in Großbritannien wohnt, wurde nach Polizeiangaben am 18. Juli festgenommen. Bei den Ermittlern habe er angegeben, Teil einer Bande zu sein, die sich "Black Death Group" nennt und im Internet kriminelle Taten begeht. Er habe auch schon vorher derartige Versteigerungen organisiert. Ob in der Vergangenheit bereits ähnliche Entführungen stattgefunden haben, ist bislang unklar. Die Polizei sucht nach weiteren Komplizen.

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