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Nordrhein-Westfalen:Durchsuchungen bei 80 Beschuldigten wegen Kinderpornografie

Staatsanwaltschaft Köln

Die Beschuldigten sollen sich "vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben", teilte die Staatsanwaltschaft Köln mit.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Es geht um die Verbreitung, den Erwerb und den Besitz von Missbrauchsdarstellungen. Einige Beschuldigte sollen bereits gestanden haben.

Ermittler sind am Donnerstag mit Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen gegen 80 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie vorgegangen. "Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich oder anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen", teilte die Staatsanwaltschaft Köln mit. Es gehe um 64 Objekte.

Zahlreiche Datenträger seien sichergestellt worden. Einzelne Beschuldigte hätten bereits gestanden. Am Nachmittag dauerte der Einsatz an. Beteiligt waren unter anderem Polizeidienststellen in Aachen, Bielefeld, Bonn, Detmold, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Heinsberg, Höxter, Köln und Wuppertal. Die Leitung lag bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW. Haftbefehle wurden nicht vollstreckt. Es seien allerdings auch Anhaltspunkte auf weitere Straftaten - etwa Schusswaffen und eine Cannabis-Plantage - gefunden worden.

Nordrhein-Westfalen war in den vergangenen Jahren mehrmals von Missbrauchsfällen erschüttert worden - die Orte Lügde, Bergisch Gladbach und Münster haben sich mittlerweile in das kollektive Gedächtnis gebrannt. Bei Razzien wurden gigantische Datenmengen mit Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sichergestellt, die von Experten ausgewertet werden müssen. Mehr und mehr Fälle landen dadurch auch vor Gericht.

Hinweise aus dem Ausland

In Köln läuft aktuell der Prozess gegen einen Vater und mutmaßliche Schlüsselfigur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, in dem Ermittler Spuren zu Tausenden Verdächtigen nachgehen. Die Ermittlungen in diesem Fall waren mit einer Durchsuchung bei einem Familienvater in Bergisch Gladbach ins Rollen gekommen. Die Polizei fand damals viele digitale Kontakte zu anderen Verdächtigen, denen sie Missbrauch von Kindern vorwerfen. Zwischenzeitlich war von 200 Beschuldigten und mehr als 30 000 Spuren die Rede.

Bei den neuen Razzien wiesen die Ermittler darauf hin, dass es sich nicht erneut um Aktionen auf Basis der Ermittlungsgruppe "Berg" in Köln handle, die den Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach aufklären soll. Vielmehr sei man diesmal Hinweisen ausländischer Behörden und Organisationen nachgegangen, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer.

© SZ/dpa/afis/aner/aner
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