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Kriminalität - Lügde:Durchsuchung auf Campingplatz Lügde: Prozess geht weiter

Lügde/Detmold (dpa) - Im Missbrauchsfall Lügde hat die Polizei am Mittwoch eine weitere Parzelle auf dem Campingplatz durchsucht, die bisher nicht im Mittelpunkt der Ermittlungen stand. Einen entsprechenden Bericht des "Westfalen-Blattes" bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der Polizei Bielefeld. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht.

Auf dem Platz steht ein älterer Wohnwagen. Laut der Zeitung wurde er mit Flatterband abgesperrt und über Nacht bewacht. Möglicherweise gebe es in dem Missbrauchsfall Hinweise auf einen weiteren Tatort oder einen weiteren Verdächtigen, vermutet die Zeitung.

Der Strafprozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz ging am Donnerstag vor dem Landgericht Detmold (09.00 Uhr) weiter. Dabei sollten weitere Opfer und Angehörige vernommen werden. Zum Auftakt in der vergangenen Woche hatten alle Angeklagten Geständnisse abgelegt.

Vor Gericht stehen noch zwei Angeklagte, ein 56-Jähriger aus Lügde und ein 34-Jähriger aus Steinheim. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten, einen 49-Jährigen aus dem niedersächsischen Stade, war am zweiten Verhandlungstag abgetrennt worden. Es wird am 17. Juli fortgesetzt.

Die Deutschen aus Lügde und Steinheim sollen ihre Opfer auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen auch wiederholt vergewaltigt haben. Der 49-Jährige aus Stade soll an Webcam-Übertragungen teilgenommen haben und teilweise zu den Gewalttaten angestiftet haben. Bei den Ermittlungen waren mehr als 40 Opfer identifiziert worden. Angeklagt wurden die Gewalttaten gegen 34 minderjährige Opfer.