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Kriminalität - Leipzig:Mann angezündet: Trio wegen Mordversuchs vor Gericht

Deutschland
Eingang zum Landgericht in Leipzig. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa (Foto: dpa)

Leipzig (dpa/sn) - Nach einem Streit um zehn Euro sollen drei junge Verdächtige einen Mann in seiner Wohnung in Torgau (Nordsachsen) angezündet haben. Das Opfer erlitt schwere Brandverletzungen. Die Staatsanwaltschaft stuft diese Attacke im April 2019 als versuchten Mord ein. Am Mittwoch begann am Landgericht Leipzig der Prozess gegen die 18 Jahre alte Frau und ihre 20 und 21 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen.

Staatsanwältin Vanessa Fink schilderte in der Anklage, dass die beiden Männer zunächst von dem Opfer zehn Euro erpressen wollten. Der 60-Jährige habe aber kein Geld gehabt, das er hätte herausgeben können. Einige Stunden später habe das Trio dann den Plan gefasst, den Mann zu töten. Die deutschen Angeklagten übergossen ihn demnach mit Grillanzünder und zündeten ihn an. Die Beschuldigten handelten laut Fink aus Mordlust.

Das Opfer habe die Flammen selbst löschen können, indem es sich mit Limonade übergoss. Allerdings habe der Mann heftige Schmerzen und erhebliche Brandverletzungen davongetragen. Zwischen 25 und 30 Prozent seiner Hautfläche seien verbrannt. Noch immer müsse er deswegen behandelt werden. Nach Abschluss werde er - dauerhaft entstellt - nur noch in einer Reha- oder Pflegeeinrichtung leben können, sagte Fink.

Der 21-Jährige und die junge Frau sitzen seit vorigem Mai in Untersuchungshaft, der 20-Jährige ist auf freiem Fuß. Alle drei Angeklagten kündigten über ihre Anwälte an, dass sie sich im Prozess zu den Vorwürfen äußern wollen. Sie sollen am nächsten Verhandlungstag am 3. Februar befragt werden.