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Kriminalität - Hannover:Althusmann fordert "drastische Strafen" für Kindesmissbrauch

Hannover (dpa/lni) - CDU-Landeschef Bernd Althusmann will angesichts des Missbrauchsskandals von Lügde einen engeren Austausch der Behörden gegen Kindesmissbrauch erreichen. "Wir müssen die Netzwerke zwischen Jugendämtern, Ärzten und Strafverfolgungsbehörden zum Schutz unserer Kinder deutlich verstärken", sagte Althusmann am Montag. "Für Täter und Mittäter müssen drastische Strafen verhängt werden, nur so können abschreckende Signale nach außen erreicht werden." Es müsse geprüft werden, ob es auch Änderungen im Strafgesetzbuch brauche. Die CDU will das Thema im August auf einem Landesparteitag beraten.

Zentral sei dabei die Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet. Der Besitz werde "nahezu als so etwas wie ein Kavaliersdelikt angesehen", kritisierte Althusmann. "Wer kinderpornografisches Material nutzt, muss als Straftäter gesehen werden, der keine Nebenrolle spielt."

Im Missbrauchsfall Lügde hatte das Landgericht Detmold vergangene Woche einen Mann aus Stade zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, der per Webcam in vier Fällen den sexuellen Missbrauch eines Kindes beobachtet hatte. Auf einem Campingplatz in Lügde sollen über Jahre mehr als 40 Kinder hundertfach sexuell missbraucht worden sein - zwei Männer stehen deshalb weiter vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Niedersachsen eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung beantragt und stellte einen Antrag auf Revision. Bleibt sie dabei, würde der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil auf Rechtsfehler hin überprüfen. Falls der BGH dann fündig wird, müsste das Landgericht Detmold den Fall neu aufrollen.