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Kriminalität - Gera:Vergewaltigungsprozess in Gera hinter verschlossenen Türen

Bundeswehr
Das Justizzentrum Gera. Foto: Jan Woitas/zb/dpa (Foto: dpa)

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Gera (dpa/th) - Vor dem Amtsgericht Gera ist am Donnerstag der Prozess gegen einen Hauptfeldwebel der Bundeswehr wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung hinter verschlossenen Türen fortgesetzt worden. Die Öffentlichkeit wurde kurz nach Beginn der Verhandlung ausgeschlossen. Dies diene dem Schutz der beiden geladenen Zeuginnen, begründete Richter Siegfried Christ den Beschluss. Zuvor hatte er die beiden Frauen belehrt und unterstrichen, dass sie bei ihrer Aussage bei der Wahrheit bleiben müssten. Er bat sie, dies nicht als Ausdruck des Misstrauens zu deuten.

Heftige Kritik übte Christ zu Beginn der Verhandlung an einer Boulevardzeitung. Das Blatt hatte vom ersten Prozesstag berichtet und dabei unter anderem ein nicht verpixeltes Foto des Angeklagten veröffentlicht. Zusammen mit der dazugehörigen Überschrift könne man durchaus von einer Vorverurteilung des Mannes sprechen, äußerte Christ.

Sollte es in dem Verfahren zu einem Schuldspruch kommen, so werde dies sicher auf das Strafmaß Einfluss haben, sagte er mit Blick auf den Verteidiger des Soldaten. Auch nachdem die Öffentlichkeit wieder zugelassen worden war, ging der Richter noch einmal auf das Thema ein. Das Umfeld und die Familie des Beschuldigten seien durch die Berichterstattung der Zeitung belastet worden.

Christ sagte bei der Fortsetzung der Verhandlung, dass die Befragung der beiden Zeuginnen noch nicht habe abgeschlossen werden können. Deshalb würden die Frauen auch am nächsten Verhandlungstag noch einmal geladen. Es sei damit zu rechnen, dass dann die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen werde. Der Prozess wird am 8. September fortgesetzt.

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