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Kriminalität - Gera:Köckert soll Angestellten mit Schlagring geschlagen haben

Gera (dpa/th) - Im Prozess wegen Erpressung und Körperverletzung hat der angeklagte Greizer Stadtrat David Köckert eingeräumt, einen Angestellten im Streit geschlagen zu haben. Zuvor habe es in seinem Tätowierstudio in Zeulenroda eine verbale Auseinandersetzung gegeben, die eskaliert sei, sagte Köckert am Mittwoch vor dem Landgericht Gera. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seinem ehemaligen Mitarbeiter mit einem Schlagring blutende Verletzungen zugefügt zu haben und wirft ihm deshalb auch unerlaubten Waffenbesitz vor. Dies wies der Beschuldigte jedoch zurück.

Der frühere Mitarbeiter sagte als Zeuge, Köckert sei bei dem Streit immer aggressiver gegen ihn vorgegangen. Zunächst habe er ihn auf eine Arbeitsplatte gedrückt, wobei ihm aufgefallen sei, dass Köckert auf seiner rechten Hand einen schwarzen Schlagring getragen habe. Dann seien beide zu Boden gestürzt und Köckert habe ihm zwei Schläge mit dem Schlagring versetzt.

In seiner Aussage hatte Köckert zuvor erklärt, es sei zu der Auseinandersetzung gekommen, weil ihm der heute 23 Jahre alte Mann Geld gestohlen habe. Zudem habe er Kunden des Geschäfts Anabolika und Drogen angeboten. Deshalb habe er den Mitarbeiter entlassen wollen. Im Verlauf des Gesprächs sei es dann zu dem Streit gekommen.

Nach dem Vorfall hatte Köckert das Mobiltelefon des Mannes zunächst einbehalten. Zwar habe er das Gerät zurückbekommen, die darauf befindlichen Daten seien jedoch bis auf wenige Ausnahmen gelöscht worden, sagte der Zeuge. Dies habe er als Drohung gegen seine Familie aufgefasst. Den Vorwurf, Anabolika bestellt zu haben, wies er zurück.

Neben der Erpressung, der Körperverletzung und des unerlaubten Waffenbesitzes ist das frühere NPD-Mitglied Köckert auch wegen Beleidigung angeklagt. Bei einer Demonstration in Köthen (Sachsen-Anhalt) soll der Mitbegründer der Thügida-Bewegung Polizisten als "charakterlose Söldner" beschimpft haben.