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Kriminalität - Frankfurt am Main:Durchsuchungen bei Öko-Test AG wegen Untreue-Verdacht

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen des Verdachts der Untreue hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt unter anderem Geschäftsräume der Öko-Test AG durchsuchen lassen. Auch Wohnungen seien von der Aktion betroffen gewesen, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Das Unternehmen gibt das gleichnamige Magazin heraus. "Die laufenden Ermittlungen haben keinen Bezug zu den Presseaktivitäten der Zeitschrift "Öko-Test"", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen der Abteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität richteten sich gegen drei Personen, die der Vorgängergesellschaft Öko-Test Holding AG angehörten. Zuvor hatte der SWR über die Durchsuchungen berichtet. Bei der Öko-Test AG war trotz mehrfacher Nachfrage bis zum Nachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Beschuldigten sollen nach Angaben der Ermittler im Herbst/Winter 2017 trotz einer finanziellen Schieflage der Öko-Test Holding AG den Kauf von Anteilen an einer Firma in Hongkong und ein Darlehen an diese Gesellschaft veranlasst haben. Weil die hongkong-chinesische Gesellschaft später zahlungsunfähig wurde, soll ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein. Die Beschuldigten sollen ihre Prüf- und Aufsichtspflichten verletzt haben. Durchsucht worden seien insgesamt sieben Objekte in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Elmshorn. Es seien umfangreiche Akten und Daten sichergestellt worden.