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Kriminalität - Cottbus:Verwanzte Räume: Ermittlungen gegen Vize-Schulleiter

Bildung
Ein Schild mit der Aufschrift in deutscher und sorbischer Sprache "Staatsanwaltschaft Cottbus". Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Cottbus (dpa/bb) - Im Fall eines stellvertretenden Schulleiters in Cottbus, der seine Kollegen abgehört haben soll, gehen die Ermittlungen weiter. Die Staatsanwaltschaft Cottbus gehe dem Tatverdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes nach, wie Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum am Montag sagte. Darauf stünde eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Wer allerdings als Amtsträger oder im öffentlichen Dienst besonders verpflichtet sei, bei dem erhöhe sich der Strafrahmen auf bis zu fünf Jahre.

Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden in vier Räumen der Schulleitung und des Lehrerrates am Pückler-Gymnasium Wanzen entdeckt. Der Mann, der seit 2015 Vize-Direktor des Gymnasiums ist, wurde laut Ministerium mit sofortiger Wirkung suspendiert und darf die Schule nicht mehr betreten. Der Schulleiter hatte demnach direkt nach dem Fund am Donnerstagabend das Schulamt informiert.

Der Sprecher des Landeselternrates, René Mertens, zeigte sich schockiert über den Abhör-Vorfall. Er arbeite jetzt im siebten Jahr in dem Gremium und in dieser Zeit sei ihm so ein Vorgang noch nicht untergekommen, sagte Mertens der Deutschen Presse-Agentur. Wenn die Vorwürfe gegen den Vize-Schulleiter zutreffen sollten, sei das ein "wahnsinniger Vertrauensbruch".

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