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Kriminalität - Bremen:Mann mit Messer getötet: Lebenslange Haft für 26-Jährigen

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Bremen (dpa/lni) - Wegen Mordes ist am Freitag am Bremer Landgericht ein 26 Jahre alter Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dem Gericht zufolge ist es nachgewiesen, dass er einen anderen Mann, den er für einen Nebenbuhler gehalten haben soll, mit einem Messer tötete. Ein 42-Jähriger, der ebenfalls an dem Angriff beteiligt war, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Der Vorsitzende Richter sagte, eine Zeugin sei in dem Prozess von zentraler Bedeutung gewesen. Es handelte sich um die Freundin des Opfers. Sie war die ehemalige Partnerin des nun 26-Jährigen - und in der Tatnacht anwesend.

Im Oktober 2022 hielt sich die Frau in Bremen in der Nähe der Kleinen Weser in der Wohnung ihres Freundes auf, wie das Gericht rekonstruierte. Sie verließ diese nachts unter einem Vorwand, um sich mit ihrem Ex-Partner zu treffen. Beziehungsfragen sollten geklärt werden. Ihr Freund begab sich nach einer Weile auf die Suche nach ihr.

Die Frau versuchte, ihn zu überzeugen, wieder nach Hause zu gehen. Dazu kam es nicht mehr: Der 26-jährige Ex-Freund und ein 42-Jähriger, den der 26-Jährige zuvor kontaktiert hatte, schlichen sich durch Gebüsche und vorbei an geparkten Autos an den Freund der Frau heran. Sie griffen ihn an. Der 26-Jährige hat nach Erkenntnissen des Gerichts mehrfach mit einem Messer zugestochen. Die Freundin brüllte laut. Nachdem das Opfer zu Boden ging, trat der 42-Jährige noch auf den Mann ein. Notrufe gingen ein. Anwohner kamen herbei, um Hilfe zu leisten. Doch das Opfer verblutete.

Dem Angriff waren mehrere Warnungen vorausgegangen. So soll der 26-Jährige den Freund der Frau bereits zuvor mit einer Axt bedroht haben. Der neue Freund sei schon länger ein Feindbild gewesen. "Er wollte sie, ja, für sich zurückgewinnen", sagte der Vorsitzende Richter während der Urteilsbegründung.

Der 26-Jährige begab sich nach dem Angriff zurück zum Tatort - und tat so, als ob er mit der Tat nichts zu tun habe. Weil er in einen Disput mit einer Frau geriet, wurde er auf die Polizeiwache genommen. Dort soll er gesagt haben, dass er nicht verstehe, dass so ein "Aufriss" wegen der zwei, drei kleinen Stiche gemacht werde.

Auch der 42-Jährige, der kaum mehr in der Lage gewesen war zu stehen, wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen. Bei ihm konnte das Gericht nicht feststellen, dass er bewusst den Freund der Frau tötete. Zudem konnte nicht nachgewiesen werden, dass er wusste, dass sein Begleiter ein Messer mit sich führte. Das Opfer habe bereits im Sterben gelegen, als der 42-Jährige zutrat.

Der Prozess hatte im April begonnen. Beim Auftakt schwiegen die Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:230921-99-283141/4

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