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Kriminalität - Berlin:Ermittlergruppe "Nachtwache" soll Brandanschläge aufklären

Berlin (dpa/bb) - Die Brandanschläge auf Autos in Berlin reißen nicht ab - nun hat die Hauptstadt-Polizei die Ermittlungsgruppe "Nachtwache" ins Leben gerufen. Fünf Beamte des Landeskriminalamtes sollen verstärkt diese Taten aufklären, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Polizeistreifen sollten zudem Orte besonders im Blick haben, an denen Brandstiftungen vermutet werden, sagte der Sprecher. Das seien etwa auch dunkle Mieterparkplätze und abgelegene Nebenstraßen.

In Berlin wurden laut Polizei in diesem Jahr bislang mindestens 290 Fahrzeuge angezündet oder beschädigt. Mehr als die Hälfte der Wagen wurde direkt angegriffen. Die Zahl der Fälle stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei einem Teil der Anschläge geht die Polizei von politischen Motiven aus. Im gesamten Jahr 2018 registrierte die Polizei 446 brennende Fahrzeuge. Davon waren 273 direkt in Brand gesteckt worden.

Bei den meisten Brandstiftungen nimmt die Polizei andere Hintergründe an - etwa reinen Vandalismus, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden.

Seit Jahren gehen nachts in Berlin Privatautos, Firmenwagen und Transporter in Flammen auf. Die Zahl der Brandanschläge war in den zurückliegenden Jahren aber nicht mehr so hoch wie noch 2011. In dem Jahr waren 537 Fahrzeuge direkt angezündet worden.

Die Polizei fahndete damals mit der Sonderkommission "Feuerschein" nach Brandstiftern. So wurde auch ein Mann gefasst, auf dessen Konto mehr als 100 Taten gingen. Danach gingen die Brandstiftungen zurück, die Soko wurde aufgelöst.

Immer wieder kommt es auch zu Vorfällen rund um die Rigaer Straße im Stadtteil Friedrichshain. Dabei werden Polizisten von Linksautonomen mit Steinen oder Farbbeuteln attackiert, es werden aber auch Autos in Brand gesteckt oder Mülltonnen angezündet. Nun forderte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger in der "Berliner Morgenpost", dort ein Haus abzureißen und das Gelände dann mehrere Jahre brach liegen zu lassen. Dann würde sich die linke Szene auflösen.

Die Innenverwaltung von Senator Andreas Geisel (SPD) hatte schon am Montag deutlich gemacht, dass sich trotz wiederholter Attacken mit Steinen, Böllern und Farbbeuteln die Polizei nicht aus der Rigaer Straße zurückziehen werde. "Rechtsbrüche und Straftaten werden konsequent von der Polizei verfolgt", hatte Sprecher Martin Pallgen gesagt und darauf verwiesen, dass strikt rechtsstaatlich vorgegangen werde.