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Krefeld:Beschuldigte lehnen nach Brand in Affenhaus Geldstrafen ab

Brand im Krefelder Zoo

Nach dem Brand im Krefelder Zoo in der Nacht zu Neujahr kommt es nun wohl zum Prozess.

(Foto: Andreas Drabben/dpa)

Die drei Frauen, die den Brand im Krefelder Affenhaus verursacht haben sollen, legten Einspruch gegen die Strafbefehle ein. Damit kommt es wohl zum Prozess.

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Affenhaus in der vergangenen Silvesternacht haben die drei beschuldigten Frauen laut Staatsanwaltschaft jeweils einen Strafbefehl verbunden mit "beträchtlichen Geldstrafen" abgelehnt. Damit werde es voraussichtlich zu einer Gerichtsverhandlung kommen, teilte die Krefelder Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Demnach sollen die Frauen fahrlässige Brandstiftung begangen haben. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten in der Neujahrsnacht Himmelslaternen steigen lassen. Diese sollen dann den Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos ausgelöst haben. Bei dem Feuer starben etwa 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen. Ein schwer verletzter Gorilla musste von einem Polizisten erschossen werden. Das völlig zerstörte Affenhaus wurde abgerissen.

Laut Staatsanwaltschaft waren bereits im Juli erfolgreich Strafbefehle gegen die Frauen beim Amtsgericht Krefeld beantragt worden. Innerhalb der vorgesehenen Frist hätten aber alle drei die Strafbefehle abgelehnt - die laut Staatsanwaltschaft mit hohen Geldstrafen verbunden gewesen wären. Dadurch muss gemäß Strafprozessordnung vor Gericht eine Hauptverhandlung angesetzt werden.

Bei einem Strafbefehl setzt das zuständige Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Strafe fest, ohne dass es eine Verhandlung gegeben hat. Per Strafbefehl können nur Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr auf Bewährung verhängt werden.

Eine ursprünglich geplante Pressekonferenz zu ihren Ermittlungsergebnissen kommende Woche hat die Krefelder Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben wieder verworfen. So solle der Beweisaufnahme vor Gericht nicht vorgegriffen werden.

Inzwischen wird in Krefeld ein neues "Artenschutzzentrum Affenpark" geplant, für das der Zoo um eine Fläche von 4000 Quadratmetern vergrößert werden soll. Die Gorilla-Anlage neben dem Affenhaus ist schon länger wieder geöffnet. In dem Bereich leben auch zwei Schimpansen, die das Feuer verletzt überlebt hatten.

© SZ/dpa/fie
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