Süddeutsche Zeitung

Kreditkartenbetrug:Großeinsatz gegen Schwindel mit Flugtickets

Fast 200 Festnahmen in 32 Ländern: In einer groß angelegten Aktion gehen Polizei und Unternehmen gegen Kreditkartenbetrüger vor, die fliegen, ohne zu bezahlen. Die Fluggesellschaften verlieren Jahr für Jahr Hunderte Millionen Dollar.

Schlag gegen Kreditkartenbetrug beim Kauf von Flugtickets: Bei einem internationalen Großeinsatz sind 183 Menschen festgenommen worden. Wie der Tagesspiegel berichtet, lief die Aktion bereits am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche zeitgleich an 68 Flughäfen in 32 Ländern, darunter auch in Berlin, Frankfurt am Main und München.

Die Aktion sei von Europol koordiniert und unter größter Geheimhaltung monatelang vorbereitet worden. Insgesamt hätten die Airlines in 265 Fällen verdächtige Tickets gemeldet, mit denen Passagiere einchecken wollten, berichtet die Zeitung.

Der Kauf von Flugtickets im Internet mit gefälschten oder gestohlenen Kreditkarten ist demnach ein immer größeres Problem für die Fluggesellschaften. Bei den Hunderttausenden Tickets, die täglich im Netz gekauft werden, haben die Airlines oft nicht die Möglichkeit, die Kreditkarten zu überprüfen.

Nach Angaben der internationalen Lufttransportvereinigung IATA liegt der dadurch verursachte Schaden bei etwa 820 Millionen Dollar pro Jahr. Bei einigen Fluggesellschaften seien bis zu 1,5 Prozent der Umsätze auf falsche Tickets zurückzuführen.

Die Federführung des Einsatzes lag beim Europäischen Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität von Europol. In der niederländischen Einsatzzentrale hätten sich Vertreter von Polizeibehörden, 35 Fluggesellschaften sowie den großen Kreditkartenfirmen American Express, Master Card und Visa Europe eingefunden, um den Großeinsatz zu koordinieren. Die Aktion habe zeitgleich in allen EU-Staaten sowie in Island, Norwegen, der Schweiz, der Ukraine, den USA sowie Brasilien, Kolumbien und Peru begonnen.

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SZ.de/AFP/sebi/gal
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