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Kosten der Bischofsresidenz:Kassenprüfer beginnen Untersuchungen in Limburg

Neubau des Limburger Bischofssitzes

Ein Luftbild zeigt den Neubau des Bischofssitzes in Limburg, mit dem sich jetzt eine Kommission von Kassenprüfern beschäftigt.

(Foto: dpa)

Wie konnten die Kosten für den Limburger Bischofssitz derart steigen? Und wer hat wann was entschieden? Diesen Fragen geht von diesem Freitag an eine Kommission aus Finanzexperten, Baufachleuten und Kirchenrechtlern nach. Vom Ergebnis dürfte auch die Zukunft des Bischofs Tebartz-van Elst abhängen.

Seit Wochen kommen immer neue Details über den Bau der Limburger Bischofsresidenz ans Licht, jetzt hat eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission mit der Überprüfung des Falls begonnen. Wer genau zu den Kassenprüfern gehört, wurde nicht öffentlich. Bekannt ist lediglich, dass sich das Gremium aus Finanz- und Baufachleuten sowie Kirchenrechtlern zusammensetzt. Über alles Weitere sei Vertraulichkeit vereinbart worden, hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, erklärt.

Unklar ist daher auch, wo die Kommission tagt und wann sie erste Ergebnisse liefern wird. Zollitsch hatte im Vorfeld zwar betont, zügig handeln zu wollen. Schnellschüsse sollen aber vermieden werden.

Die Kassenprüfer untersuchen vor allem, wie die Kosten für den Bau des Bischofssitzes von geplanten 5,5 Millionen auf 31 Millionen Euro ansteigen konnten. Zudem muss die Frage geklärt werden, wer zu welchem Zeitpunkt was gewusst und welche Entscheidungen getroffen hat. "Es geht um die Klärung der Kosten, die Klärung der Finanzierung und die Erklärung der Entscheidungswege", teilte ein Sprecher der Bischofskonferenz mit.

Dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird im Zusammenhang mit dem Bau seiner Residenz Verschwendung vorgeworfen. Unterschiedlichen Quellen zufolge soll er früh über die wahren Kosten des Baus informiert gewesen sein. Er selbst habe mit zahlreichen Sonderwünschen zu der beträchtlichen Summe beigetragen.

Vom Ergebnis der Prüfung könnte abhängen, ob der umstrittene Limburger Bischof im Amt bleiben darf oder nicht. Er will, wie es aus mehreren Quellen heißt, nicht von sich aus seinen Rücktritt beim Papst einreichen. Bei der Limburger Staatsanwaltschaft sind mittlerweile fast 20 Anzeigen wegen Untreue gegen Tebartz-van Elst eingegangen. Es muss jedoch noch geprüft werden, ob ein hinreichender Anfangsverdacht für Ermittlungen besteht. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat außerdem in einem anderen Fall Strafbefehl gegen den Bischof beantragt, weil er eine falsche eidesstattliche Versicherung gemacht haben soll.

© Süddeutsche.de/dpa/feko/kat
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