Konklave zur Papstwahl:Schwarzer Rauch vertagt die Entscheidung

Der erste Wahlgang ist gescheitert: Schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle mahnte Tausende Pilger auf dem Petersplatz zur Geduld. Je länger sich die 115 Kardinäle nicht auf einen Nachfolger einigen können, desto größer werden die Chancen der Außenseiter.

Schwarzer Rauch zum Auftakt der Papstwahl: Bei der ersten Abstimmung der 115 Kardinäle am Dienstagabend in der Sixtinischen Kapelle erhielt keiner die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für die Nachfolge des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI.. Der neue Papst muss mit mindestens 77 Stimmen der 115 Kardinäle gewählt werden.

Tausende Menschen auf dem Petersplatz in Rom verfolgten gebannt, welche Farbe das erste Rauchzeichen hatte. Ist der Rauch weiß, ist ein neuer Papst aus der Mitte der Kardinäle gewählt. Am Mittwoch und den folgenden Tagen sind beim Konklave jeweils bis zu vier Wahlgänge vorgesehen - bis der 266. Nachfolger Petri als Kirchenoberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken feststeht.

Die Kardinäle sind während des Konklaves komplett von der Außenwelt abgeschottet. In der Sixtinischen Kapelle sind Handys verboten, zur Sicherheit wurden im nachgerüsteten Boden Störsender eingebaut. Auch im Gästehaus Santa Marta, wo die Kardinäle übernachten, gibt es weder Fernsehen noch Radio noch Internet, kein Telefon und keine Zeitung. Auch in den Twitter-Accounts der Purpurträger herrscht seit dem Morgen Ruhe.

Schwur zur Geheimhaltung

Jeder Kardinal leistete am Dienstag einzeln in der Sixtinischen Kapelle den Schwur zur Geheimhaltung, direkt vom Fernsehen in alle Welt übertragen. Am frühen Abend ertönte dann das "extra omnes" - "Alle raus" für die Begleiter - und das Konklave begann hinter verschlossenen Türen. Um 19.42 Uhr stieg zum ersten Mal Rauch aus dem Schornstein der Sixtina auf - schwarz. Der erste Wahlgang, der lediglich als Testwahl galt, war damit gescheitert.

"Die katholische Kirche wird bis Donnerstag einen neuen Papst haben", kündigte der Erzbischof von New York, Timothy Dolan, an. Am 19. März, dem Fest des heiligen Josef, könnte dann die Messe zur feierlichen Einführung des neuen Pontifex gefeiert werden, schrieb Dolan an die Priester seiner Erzdiözese. Auch die Buchmacher rechnen mit einer Entscheidung für einen neuen Papst am Mittwoch oder Donnerstag.

Vatikan-Kenner grenzten indessen den Kreis der Favoriten auf vier Kardinäle ein. Angeführt wird dieses Quartett weiterhin von dem Mailänder Erzbischof Angelo Scola und dem brasilianischen Erzbischof Odilo Pedro Scherer aus Sao Paulo. Chancen als "Outsider" werden demnach Dolan und dem Kanadier Marc Ouellet zugeschrieben. Je länger das Konklave dauert, desto größere Chancen könnte ein Außenseiter haben.

Die Entwicklungen des Dienstags lesen Sie in unserem Newsblog.

© Süddeutsche.de/afp/dpa/Reuters/mahu
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