Kommunen - Stralsund:Cyber-Angriff auf Vorpommern-Rügen: Ermittlungen eingestellt

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Tasten einer beleuchteten Tastatur. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration (Foto: dpa)

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Stralsund/Rostock (dpa/mv) - Nach dem folgenschweren Cyber-Angriff auf die Verwaltung des Landkreises Vorpommern-Rügen Ende vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft Rostock ihre Ermittlungen eingestellt. Es lägen keine erfolgversprechenden Ermittlungsansätze mehr vor, sagte am Mittwoch Paul Pfeiffer, Sprecher der Abteilung Informations- und Kommunikationskriminalität. Eine Variante sei, dass der Landkreis nicht gezielt angegriffen, sondern Opfer einer breiter angelegten Attacke auf bestimmte Sicherheitslücken geworden sei. Das lasse sich aber nicht abschließend sagen. Angreifer könnten umgekehrt auch einen gezielten Angriff als ungezielten verschleiern.

Ende November war bekannt geworden, dass die IT des Landkreises Vorpommern-Rügen angegriffen wurde. Deshalb wurden IT-Systeme vom Netz getrennt. Vom Landkreis heißt es, das System sei nicht verschlüsselt worden, es habe keine Forderungen gegeben und nach bisherigen Erkenntnissen seien auch keine Daten abgeflossen.

Man sei weiterhin mit dem aufwendigen Neuaufbau des Systems beschäftigt, hieß es am Mittwoch. Wie lange das dauere, könne man nicht seriös sagen. "Wir stecken voll drin", sagte Landrat Stefan Kerth am Mittwoch. Es gebe weiterhin Einschränkungen etwa bei der Zulassung von Fahrzeugen. Kerth regte an, dass bestimmte hoheitliche Aufgaben im Notfall auch per Hand ausgeführt werden können. Bei der Kfz-Zulassung sei das aber nicht möglich, etwa wegen Schnittstellen zu anderen Stellen.

Online-Dienste auf der Website des Landkreises können weiterhin nicht genutzt werden. Die Verwaltung ist laut Website postalisch und per Telefon erreichbar.

Auch das Planungsunternehmen Inros Lackner in Rostock und die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) waren Ende vergangenen Jahres Opfer von Cyberangriffen geworden. Ein Zusammenhang zwischen Inros Lackner und Vorpommern-Rügen sei wegen der zeitlichen Nähe und des Vorgehens der Täter zumindest möglich, sagte Pfeiffer.

© dpa-infocom, dpa:240228-99-156555/2

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