Kolumne „Mitten in …“Ein Pool, 20 Verbotsschilder

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Illustration: Marc Herold

Ein SZ-Redakteur ist erstaunt, was auf einem Campingplatz auf Sardinien so alles nicht erlaubt ist. Und was, wenn man sich nicht dran hält? Drei Anekdoten aus aller Welt.

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Mitten in ... Santa Teresa Gallura

Man nimmt für gewöhnlich an, in Italien seien die Menschen insgesamt recht locker drauf, und womöglich stimmt das auch. Dieser Pool allerdings, Herzstück eines sardischen Campingplatzes, ist geeignet, diesen Glauben ernsthaft zu erschüttern. Riesige Verbotsschilder prangen am Eingang zum Poolgelände, man kommt gar nicht mehr hinterher, was man alles nicht darf. Nicht vom Beckenrand springen, klar, geschenkt. Man darf aber auch (unter anderem, insgesamt sind es etwa 20 Verbote) nicht barfuß laufen, nicht schreien, nicht mit Taucherbrille schwimmen. Und, auf gar keinen Fall: ins Wasser gehen, wenn man in den drei Stunden zuvor etwas gegessen hat. Schön nur, dass den Bademeister die ganzen Verbote offenbar wenig kümmern. Nach einem trubeligen Vormittag mit den Kindern am Pool sagt er einfach nur: „Ciao, grazie.“ Benedikt Peters

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Konstanz

Der Bus vom Fähranleger in Richtung Konstanzer Innenstadt ist bereits rappelvoll. Da steigt eine Gruppe junger Erwachsener ein, die offenbar das Wochenende auf einem Open-Air-Festival in der Stadt am Bodensee verbracht haben. Etwas müde Gesichter, die Haare zerzaust, die Reiserucksäcke prall gefüllt, geht es jetzt Richtung Bahnhof und dann wieder nach Hause. Doch bei solch einem musikalischen Wochenende fällt meist viel mehr Gepäck an, als in einen Rucksack passt. Ein Zelt zum Schlafen, ein Pavillon, der vor der Sonne schützt, Getränkekisten, Dosenravioli, ein Gaskocher. Wie soll man das bloß alles transportieren? In diesem Fall reist die Gruppe bequem – mit einer grünen Biotonne. Beim Einsteigen geben die Fahrgäste wie selbstverständlich die Plätze für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen frei, damit die Mülltonne im Bus parken kann. Kerstin Lottritz

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Wien

Touristen lieben die Albertina. Das Kunstmuseum im ersten Wiener Bezirk lockt mit wechselnden Ausstellungen und meisterlichen Sammlungen, von Chagall bis Picasso. Viele Besucher schlendern auch durch die Habsburgischen Prunkräume, um andächtig die Kronleuchter des Klassizismus zu bestaunen. Von einem Raum zum nächsten bricht Gelächter das Schweigen. Hier ein Kichern, dort ein Glucksen. Punk statt Prunk. Die ehrfürchtige Touristengruppe entdeckt die Sonderschau „Otto meets Albertina“, in der Otto Waalkes Werke der grafischen Sammlung malerisch parodiert. Da rückt ein Ottifant mit Rasenmäher dem berühmten Rasenstück von Albrecht Dürer gefährlich nahe. Und aus Paul Klees tierähnlichem „Blaumantel“ wird die „Polonaise Blankenese“ mit drei bunten Ottifanten im Klee-Stil. Lachen im Museum, es tut so gut. Bernhard Blöchl

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