KölnKardinal Woelki warnt vor Gen-Schere CRISPR

Köln (dpa/lnw) - Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat in seiner Silvesterpredigt die Gen-Schere CRISPR scharf kritisiert. Damit solle ein Leben nach dem Baukasten-Prinzip kreiert werden, sagte Woelki nach vorab verbreitetem Redetext im Kölner Dom. Soweit aber dürfe es niemals kommen: "Menschen mit Krankheiten und Behinderungen - auch mit erblichen - gehören zum Leben und ins Leben, gehören in unsere Gesellschaft!", appellierte der Chef des größten deutschen Bistums.

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Köln (dpa/lnw) - Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat in seiner Silvesterpredigt die Gen-Schere CRISPR scharf kritisiert. Damit solle ein Leben nach dem Baukasten-Prinzip kreiert werden, sagte Woelki nach vorab verbreitetem Redetext im Kölner Dom. Soweit aber dürfe es niemals kommen: „Menschen mit Krankheiten und Behinderungen - auch mit erblichen - gehören zum Leben und ins Leben, gehören in unsere Gesellschaft!“, appellierte der Chef des größten deutschen Bistums.

Das erst wenige Jahre alte Verfahren CRISPR ermöglicht es, das Erbgut sämtlicher Organismen - Bakterien, Pflanzen, Tiere und Menschen - einfach und effektiv zu verändern. So können Forscher Gene ausschalten, defekte DNA-Teile ersetzen oder neue Gensequenzen einfügen.

Woelki warnte, die langfristigen Gefahren und Risiken eines Herumbastelns am Erbgut ganzer Spezies könne niemand absehen. „Werden wir irgendwann mit Hilfe dieses einfachen Werkzeugs das perfekte Kind definieren, eine neue Spezies - hohe Intelligenz, hohe Lebenserwartung, besonders robust und ausdauernd?“, fragte Woelki. Die Gen-Schere berge die Möglichkeit, Schöpfer zu spielen, einen vermeintlich besseren Menschen zu designen. Es seien aber auch unperfekte Menschen liebenswert. „Sie alle verdienen die Chance auf dieses eine Leben - und das darf nicht das Produkt eines Designers sein, sondern eine unglaublich kostbare und unberechenbar schöne Schöpfung Gottes.“

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