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Hauptbahnhof Köln:Geiselnehmer weiter auf der Intensivstation

  • Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof wird der angeschossene Täter weiter auf der Intensivstation behandelt.
  • Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Geiselnehmers in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft und stellte dabei Beweismaterial sicher.
  • Möglicherweise übernimmt die Bundesanwaltschaft den Fall.

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof wird der angeschossene Täter weiter auf der Intensivstation behandelt. Er ist derzeit offenbar nicht vernehmungsfähig. Der bewaffnete Geiselnehmer war am Montag von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei angeschossen und überwältigt worden. Anschließend wurde er reanimiert und notoperiert.

Am Dienstag durchsuchte die Polizei die Wohnung des Geiselnehmers in einer Flüchtlingsunterkunft im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld. Die dabei beschlagnahmten Beweismittel werden nun ausgewertet. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Die Identität des Geiselnehmers war zunächst noch nicht zweifelsfrei geklärt. Am Tatort wurden aber laut Polizei Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der eine Duldung in Deutschland bis Mitte 2021 erhalten habe. Der Täter sei nach den ersten Ermittlungen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Besitzer der Papiere.

Möglicherweise übernimmt die Bundesanwaltschaft den Fall

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe dementierte am Dienstag Berichte, denen zufolge sie die Ermittlungen in dem Fall bereits übernommen habe. Eine Sprecherin sagte, dies könne aber noch am Dienstag oder Mittwoch geschehen. Das Motiv des Geiselnehmers ist noch unklar, die Polizei in Köln schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Der Mann hatte am Montag im Kölner Bahnhof einen Molotowcocktail gezündet und dabei ein 14-jähriges Mädchen schwer verletzt. Anschließend verschanzte er sich mit einer weiblichen Geisel in einer Apotheke. Das SEK stürmte schließlich das Geschäft. Zum Zeitpunkt hatte der Täter auch die als Geisel genommene Frau bereits mit Benzin überschüttet und gedroht, sie anzuzünden. Die Frau wurde leicht verletzt, sie erlitt eine Benzingasvergiftung.

© dpa/swi/pvn
Kriminalität Geiselnehmer ist wohl polizeibekannt

Hauptbahnhof Köln

Geiselnehmer ist wohl polizeibekannt

Ein Mann zündet einen Molotowcocktail in einem Schnellrestaurant, nimmt eine Frau zwei Stunden lang als Geisel. Gehören die am Tatort gefundenen Duldungspapiere ihm, ist er in der Vergangenheit durch Diebstahl- und Drogendelikte aufgefallen.   Von Jana Stegemann, Düsseldorf

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