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Todesfälle nach Glukosetest:Ermittlungen gegen zwei Apotheken-Mitarbeiter

Behörden schließen drei Apotheken in Köln

Nach der Einnahme eines Glukosegemisches aus einer Kölner Apotheke starben eine Mutter und ihr Baby.

(Foto: dpa)
  • Nachdem eine Frau und Baby Mitte September durch eine vergiftete Arznei gestorben waren, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter der Apotheke.
  • Allerdings handelt es sich wohl um einen Unfall: Die Verunreinigung der Glukose sei eher auf eine Verwechselung als auf Vorsatz zurückzuführen, hieß es.
  • Die selbst hergestellte Glukosemischung hatte Lidocainhydrochlorid enthalten.

Knapp einen Monat nach dem Tod einer jungen Mutter und ihres Babys durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter des Geschäfts. Die Verunreinigung der Glukose sei eher auf eine Verwechselung als auf Vorsatz zurückzuführen, sagte Staatsanwalt Ulrich Bremer am Freitag. Zuvor hatte die Rheinische Post berichtet.

Die Beschuldigten hätten sehr umfangreiche Aussagen zu ihren Aufgaben und den Abläufen in der Apotheke gemacht. Es gebe aktuell keine Hinweise auf vorsätzliches Handeln. Die giftige Substanz, Lidocainhydrochlorid (kurz: Lidocain) sei in einem sehr ähnlichen Gefäß gelagert gewesen wie die Glukose, was auf die Verwechslung hindeute. Es handelt sich dabei um ein Lokalanästhetikum.

Die Frau und ihr durch einen Notkaiserschnitt geborenes Baby waren am 19. September an Organversagen gestorben. Zuvor hatte die 28-Jährige eine selbst hergestellte Glukose-Mischung aus der Heilig-Geist-Apotheke im Kölner Stadtteil Longerich zu sich genommen. Das Präparat war Teil eines Routinetests auf Diabetes in der Schwangerschaft. Auch bei einer anderen Frau, die das gleiche Mittel eingenommen hatte, traten schwere gesundheitliche Beschwerden auf.

Erst einige Tage später wurde die Öffentlichkeit informiert und der betroffenen Apotheke untersagt, Medikamente abzufüllen oder selbst zu mischen. Die Apotheke sowie die beiden weiteren Geschäfte des Betreibers wurden zunächst aus Sicherheitsgründen von der Bezirksregierung vorläufig geschlossen. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Wie am Freitag bekannt wurde, dürfen die drei Apothekn nun wieder öffnen. Die Herstellung eigener Arzneimittel bleibe aber weiterhin untersagt, wie das Gesundheitsministerium in Abstimmung mit der Stadt Köln am Freitag mitteilte.

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