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Klinikum-Mitte Bremen:Experten finden mögliche Keimquelle

Ausgerechnet eine Anlage zur Herstellung von Desinfektionslösung vermuten Hygieneexperten als Quelle für den tödlichen Klebsiella-Keim. Mehrere Frühgeborene sind seit dem vergangenen Jahr an dem Bakterium gestorben.

Mehrere Frühchen sind im vergangenen Jahr an einem multiresistenten Klebsiella-Keim auf der Neugeborenen-Intensivstation im Bremer Klinikum-Mitte gestorben. Die Station wurde vorübergehend geschlossen, gründlich gereinigt, umgebaut und wiedereröffnet. Als der Keim danach erneut auftrat, wurde die Station endgültig geschlossen. Doch erst vor zwei Wochen war in einem anderen Teil des Krankenhauses der Erreger erneut bei einem Säugling festgestellt worden. Nun, endlich, haben die Experten eine mögliche Quelle der tödlichen Bakterien identifiziert: einen Automat zur Herstellung von Desinfektionslösung.

In einem Schlauch, aus dem Frischwasser zufließt, sei das Erbgut von Klebsiella-Bakterien nachgewiesen worden, sagte der Hygieneexperte Prof. Martin Exner. Der Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Uni Bonn ist als externer Aufklärer hinzu gezogen worden. Ob es sich um den genetischen Stamm der tödlichen Bakterien handelt, müsse aber noch untersucht werden.

Falls es sich bei dem Automaten tatsächlich um die Keimquelle handelt, illustriert das, wie resistent der Erreger ist: Es sei möglich, dass Bakterienklumpen aus dem Schlauch in der Desinfektionslösung überlebt hätten, sagte Exner.

Seit dem vergangenen Jahr hatten sich mehrere Frühchen mit den multiresistenten Bakterien infiziert, einige starben. Seit Monaten ist ein Untersuchungsausschuss des Landtags mit der Aufarbeitung der Fehler befasst.