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Klimawandel:2019: Drittwärmster Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

  • Der Sommer 2019 war nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
  • Erstmals überschritten die Temperaturen in Deutschland die Marke von 42 Grad.
  • Der Niederschlagswert von 2019 liegt nahezu um 30 Prozent unter dem langjährigen Vergleichswert.

Juli 2019: Ein Hitze-Rekord jagt den nächsten. Zum ersten Mal überschreiten die Temperaturen in Deutschland die 42 Grad. Im niedersächsischen Lingen werden 42,6 Grad gemessen, knapp dahinter lag die Gemeinde Geilenkirchen und Bonn-Roleber. Der alte Höchstwert hatte bei 40,3 Grad gelegen und wurde im bayerischen Kitzingen gemessen. Auch der Juni knackte einen Rekord - er soll der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen sein.

Ganze 755 Sonnenstunden soll der Sommer 2019 gehabt haben. Und war damit - nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes - der drittwärmste seit nahezu 140 Jahren. Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,2 Grad, wie der Wetterdienst am Freitag in Offenbach am Main in einer ersten Sommerbilanz mitteilte. Lediglich in den Jahren 2003 und 2018 war es in Deutschland mit 19,7 und 19,3 Grad im Durchschnitt noch wärmer.

"Den meisten Sonnenschein erhielt die Insel Rügen und Umgebung mit bis zu 900 Stunden, den wenigsten einige Gebiete Schleswig-Holsteins mit örtlich nur 600 Stunden", berichtete der DWD. Es war in Deutschland aber nicht nur heiß - es war auch trocken: So wurden dieses Jahr laut Deutschem Wetterdienst 175 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen, das sind fast 30 Prozent weniger als der langjährige Vergleichswert von 239 Litern pro Quadratmeter.

Aus meteorologischer Sicht beginnt am kommenden Sonntag mit dem September bereits der Herbst. Der bisherigen Vorhersage zufolge sinken kommende Woche tatsächlich die Temperaturen, es soll wechselhaft und kühler werden.

© dpa/mpu/jsa
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