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Kleingarten-Mord in Gifhorn:"Ich bin der General"

Aussage im Prozess um den Mord im Schrebergarten: Ein Rentner soll in Gifhorn drei Menschen tot geschlagen haben - ein Zeuge beschreibt den Angeklagten als Choleriker.

Ein Zeuge hat den Angeklagten im Prozess um den Dreifachmord in einer Laubenkolonie in Gifhorn als cholerisch beschrieben. "Ich bin der General und ihr seid die Stoppelhopser", zitierte der 36-Jährige eine Aussage des Rentners vor dem Landgericht Hildesheim.

Angeklagt: Dieser Rentner aus Gifhorn soll drei Menschen erschlagen haben.

(Foto: Foto: AP)

Der 66-jährige Angeklagte soll vergangenen September den 33 Jahre alten Bruder des Zeugen und anschließend dessen Eltern mit einem Knüppel erschlagen haben - vorausgegangen war eine jahrelange Fehde. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte die Tat eingeräumt, jedoch von Notwehr gesprochen.

Ein weiterer Sohn der Opfer beschrieb den Angeklagten ebenfalls als aufbrausend. Bei einem Streit um die Kaninchenhaltung seines Vaters in dem Schrebergarten habe der Rentner gedroht: "Wenn wir uns nicht im Guten einigen können, dann halt im Bösen." Wenige Tage später brannte die Laube und Dutzende Tiere verendeten in den Flammen. Die Polizei ermittelte, fand den Täter aber nicht.

Bis zu dem Zeitpunkt als die Laube brannte, hätten die Eltern den ständigen Streitigkeiten mit dem Pächter wenig Beachtung geschenkt, sagte der 28-Jährige. Danach kündigten sie die Parzelle und wechselten auf ein benachbartes Grundstück. Der Streit ging jedoch weiter. Sein Bruder, der später erschlagen wurde, habe daraufhin angefangen, Beweise für die Drohungen zu sammeln, sagte der 28-Jährige.

Während einer Auseinandersetzung wegen der Entsorgung von Grünschnitt habe der 33-Jährige eine Aussage des Rentners mit dem Handy aufgenommen. Darauf soll der Angeklagte gesagt haben: "Wer sich mit mir anlegt, legt sich mit dem Teufel an. Und wer sich mit dem Teufel anlegt, muss durch die Hölle gehen." Diese Aufnahme liegt dem Gericht aber noch nicht vor.

Auch ein weiterer Zeuge beschreibt den Angeklagen als dünnhäutig. "Anfangs hatten wir noch ein gutes Verhältnis, dann hat er uns nur noch schikaniert und sich als Herr aufgespielt", sagte ein 70-Jähriger, der fast 40 Jahre einen Schrebergarten in der Nachbarschaft hatte. Stets habe der Angeklagte auf seinem Liegestuhl gesessen und seine Nachbarn argwöhnisch beobachtet.

Als der 70-Jährige dann einen Trampelpfad zwischen den Parzellen mähte, sei der Rentner mit "hochrotem Kopf wie ein HB-Männchen" angerannt gekommen und gedroht: "Wenn Du noch einmal auf meinem Grundstück mähst, schlage ich Dich tot."