Im schwindenden Licht des 5. Dezember erhebt sich der „Klaasohm“ aus dem Sand der Insel, ein maritimes Mischwesen, ein Dünendämon, Möwenfedern zieren das furchterregende Haupt. Mit seinem Gefolge tobt er durch die Kneipen und Stuben Borkums. Von jetzt an gehört die Nacht den Maskierten. Kinder und Alte werden belohnt. Junge Frauen, die nicht schnell genug rennen, werden versohlt. So wie es angeblich die Walfänger taten, um den Müttern und Töchtern der Insel Gehorsam einzubläuen.
Klaasohm auf BorkumWo Frauen mit einem Kuhhorn geschlagen wurden
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Der Borkumer Nikolausbrauch „Klaasohm“ soll künftig ein Familienfest sein – ohne Übergriffe gegen Frauen. Ein Blick in die fast zweihundertjährige Geschichte zeigt: Immer wieder nutzten Männer die wilde Winternacht für Gewalt.
Von Ulrike Nimz und Jana Stegemann
