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Kirche - Speyer:Bischof Wiesemann: Veränderung durch "synodalen Weg"

Deutschland
ARCHIV - Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Foto: Archivbild (Foto: dpa)

Speyer (dpa/lrs) - In der Debatte über Reformen in der katholischen Kirche erwartet der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann deutliche Fortschritte vom sogenannten synodalen Weg. "Ich bin überzeugt, dass wir einen wichtigen Beitrag auch in die Weltkirche hinein geben und zu konkreten Dingen hier bei uns zuhause kommen", sagte er am Donnerstag in Speyer. Er könne zwar nicht ausschließen, dass es auch zu Enttäuschungen kommen könne. "Aber ich glaube, dass es konkrete Dinge geben wird, die sich ändern."

Bei dem "synodalen Weg" geht es etwa um die Themen Kirchenämter für Frauen, Sexualmoral, priesterliche Lebensform und Gewaltenteilung. Die Initiative begann offiziell am 1. Dezember 2019 - die eigentliche inhaltliche Arbeit beginnt am 30. Januar 2020 mit der ersten Synodalversammlung in Frankfurt. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatten die synodalen Beratungen vereinbart.

Er stelle fest, dass die Diskussion in Deutschland im Ausland genau beobachtet werde, sagte Wiesemann. "Länder wie Frankreich oder Polen schauen genau hin - das würden sie kaum tun, wenn klar wäre: Das wird nix." Es sei gut, die Fragen "eingebettet in die Weltkirche" anzugehen und sich nicht als deutsche Nationalkirche davon zu lösen. "Aber wir machen hier als eine Ortskirche in Deutschland Themen, die für die ganze Weltkirche relevant sind."

Innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland gebe es durchaus große Flügel. "Da erhoffe ich mir, dass wir uns in der Kirche mit großer Offenheit auf den Weg machen", betonte Wiesemann. "Dass wir uns verändern müssen, steht für mich fest." Als eine der wichtigsten Fragen sehe er den Dienst der Frau in der Kirche. "Man kann nicht einfach sagen, dass die Diskussion hier zu Ende ist."

Generalvikar Andreas Sturm sprach von "harten Brettern", die auf dem Weg zu Reformen zu bohren seien. Hier mache er sich keine Illusionen. "Aber ich wäre da jetzt nicht pessimistisch", sagte Sturm.

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