bedeckt München 20°

Kirche - Dresden:Kirchen hoffen auf Pfingsten: Gottesdienste nur reduziert

Dresden/Görlitz (dpa/sn) - Nach Ostern können Christen in Sachsen auch Pfingsten wegen der Corona-Pandemie nicht wie sonst üblich feiern. Anders als im April aber sind zumindest Gottesdienste wieder möglich, und sogar Konzerte - nur in kleinerem Rahmen. "Volle Kirchen werden wir nicht erleben", sagt Matthias Oelke von der evangelischen Landeskirche. Die Regelungen zum Infektionsschutz schränkten den Zutritt zu den Gotteshäusern und Großveranstaltungen unter freiem Himmel sowie die Dauer ein. "Die Pfingsten üblichen großen Konzerte mit Chören und Orchester finden nicht statt, wie auch die Konfirmationen." Aber die Dresdner Frauenkirche nimmt mit ersten Abendmusiken ihr Konzertprogramm vorsichtig wieder auf.

Aufgrund der bestehenden Ansteckungsgefahr sind die Plätze in den Gotteshäusern begrenzt, wie bei Open-Air-Veranstaltungen, sowie Festkonzerte in großer Besetzung unmöglich. Die Dresdner Kruzianer und die Leipziger Thomaner werden Motetten, Vespern und Gottesdienste daher in reduzierter Besetzung begleiten. Oelke rechnet generell mit einer Resonanz ähnlich wie zu Himmelfahrt, wo alle vorhandenen Plätze in den Kirchen besetzt waren. "Das kommt der Normalität relativ nah."

Nach fünf Wochen sind die noch eingeschränkten Kapazitäten bei Gottesdiensten in den meisten Fällen ausgeschöpft, sagt Oelke. Wo der Platz nicht ausreicht, gebe es auch mal zwei hintereinander. "Sie sollen ja sowieso kurz sein und maximal 45 Minuten dauern." Auch beim Bistum Dresden-Meißen wird das derzeitige Angebot von zahlreichen Gläubigen genutzt, wie Sprecher Michael Baudisch berichtet. Vor allem für Christen aus Risikogruppen gebe es weiterhin Livestream-Angebote, wenn auch weniger.

Im Bistum Görlitz herrscht ebenfalls Freude darüber, dass Gottesdienste wieder analog gefeiert werden können, vor allem nach "dem in dieser Hinsicht traurigen Osterfest". Es sei ein Schritt hin zur Normalisierung, aber mit Bedacht, sagt Bistumssprecher Raphael Schmidt. Live-Streams sind bis auf einen eingestellt, "weil man Heilige Messen in den Kirchen feiern kann".

In der sächsischen Landeskirche gibt es auch zu Pfingsten Gottesdienste online. Die traditionellen Freiluftgottesdienste mit mehreren hundert Teilnehmern werden laut Oelke auf umliegende Kirchen verteilt. Einzelne Gemeinden treffen sich in der Natur oder Pfarrgärten, wie die Thomaskirchgemeinde im Thomaskirchhof Leipzig oder die Gemeinde Eibenstock-Carlsfeld am Skihang Wildenthal. Pfingstgrüße auf Karten oder Papier an Haustüren und Gartenzäunen sollen im Leipziger Süden helfen, im Sinne des Miteinanders Schranken, Abstände und Grenzen zu beseitigen.

Auch in den Pfarreien des Bistums Dresden-Meißen gibt es öffentliche Gottesdienste - ebenso mit vorheriger Anmeldung, Zugangskontrolle, ausgewiesenen Plätzen mit Mindestabstand sowie Vermeidung von Menschenansammlungen. "Wir empfehlen bei Gottesdiensten unter freiem Himmel maximal 50 Teilnehmer und höchstens eine Stunde Dauer", sagt Bistumssprecher Baudisch. Von Großgottesdiensten, Wallfahrten und Prozessionen im Freien werde abgeraten.

Während bei der Landeskirche mit Mundschutz gesungen wird und auch das Abendmahl ohne Berührungen möglich sind, soll im Bistum Dresden-Meißen auf Gesänge möglichst verzichtet werden. Wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos durch Aerosolbildung und Tiefenatmung gelte beim Singen: nur sehr reduziert, mit gedämpfter Stimme und den kürzesten Liedern. "Chorgesang ist nicht möglich", sagt Baudisch. Und auch die Kommunion werde nur eingeschränkt und mit Mund-Nase-Bedeckung gewährt.

Unter Einhaltung der Schutzregeln finden auch im Bistum Görlitz Gottesdienste zu Pfingsten statt, in Kirchen und im Freien. Gesang ist zwar erlaubt, aber nur reduziert empfohlen, bei der Kommunion wird auf die sonst gesprochenen Worte verzichtet und das "Amen" kommt von der Gemeinde statt separat von Jedem. Bischof Wolfgang Ipolt spendet Pfingstsonntag in der Görlitzer Heilig Kreuz-Kirche 17 Jugendlichen und vier Erwachsenen das Sakrament der Firmung - in zwei statt einer Heiligen Messe wegen Corona.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite