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Psychische Erkrankungen:Kim Kardashian über Kanye West: "Ein brillanter, aber komplizierter Mensch"

FILE PHOTO: 92nd Academy Awards - Vanity Fair - Beverly Hills

Kim Kardashian bittet öffentlich um Mitgefühl für ihren an einer bipolaren Störung leidenden Ehemann Kanye West.

(Foto: REUTERS)

In den vergangenen Tagen hatte der US-Rapper immer wieder wirre Tweets abgesetzt. Jetzt bittet Kim Kardashian um Mitgefühl für ihren Ehemann - dieser leide unter einer bipolaren Störung.

Kanye West ist für ein großes Ego und exzentrische Auftritte bekannt. Und so fielen seine Twitter-Nachrichten der vergangenen Tage für nicht wenige Beobachter der Boulevardpresse zunächst in genau diese Kategorie: Episoden eines manchmal durchgeknallten Künstlers - zuletzt hatte der Rapper Ambitionen auf das Amt des US-Präsidenten angemeldet. Mal twitterte West, seine Frau versuche, ihn einsperren zu lassen. Mal redete er davon, längst die Scheidung von Kim Kardashian geplant zu haben. Oft verschwanden die Posts wenig später wieder.

Jetzt hat sich Kim Kardashian erstmals selbst öffentlich zum wirren Social-Media-Gebaren ihres Ehemanns geäußert. Und macht ganz klar: Der 43-Jährige leidet unter einer psychischen Erkrankung. "Er ist ein brillanter, aber komplizierter Mensch, der neben dem Druck, Künstler und Schwarzer zu sein, den schmerzhaften Verlust seiner Mutter erlebt hat und mit dem Druck und der Isolation umgehen muss, die seine bipolare Störung verstärkt", teilte die Reality-TV-Darstellerin via Instagram mit. Diejenigen, die dem Musiker nahe stünden, wüssten, dass seine Worte nicht immer mit seinen Absichten übereinstimmten.

Bei einer bipolaren Störung handelt es sich um eine psychische Erkrankung mit extremen Schwankungen unter anderem der Stimmung und des Antriebs. Der Rapper hatte selbst schon in Interviews über seine Krankheit geredet, sie später aber eine "Fehldiagnose" genannt.

Gebete statt Memes

Kardashian bat die Öffentlichkeit auf Instagram jetzt um Mitgefühl, das die Familie brauche, um durch diese Zeit zu kommen. Auch andere Prominente unterstützten West öffentlich - so sprach sich seine Musikerkollegin Demi Lovato gegen die Bloßstellung des Rappers auf Twitter aus. "Es wäre besser, wenn die Leute für eine psychisch erkrankte Person beten würden, statt nur Memes zu erstellen", kommentierte sie.

Eine manische Episode sei keine Grundlage für Witze, mahnte auch Sängerin Halsey. "Wenn du kein Verständnis oder Mitgefühl aufbringen kannst, dann sag lieber nichts." Sie selbst gehe offen damit um, "seit zehn Jahren" als bipolar diagnostiziert zu sein, wie sie in einem Tweet noch einmal betonte. Schauspielerin Jamie Lynn Spears teilte Halseys Tweet auf ihrem Instagram-Account. Wenn man selbst oder ein Familienmitglied mit einer psychischen Erkrankung zu tun habe, setze man den Schutz der Privatsphäre an oberste Stelle. "Wir müssen lernen, das auch als Gesellschaft umzusetzen", schrieb sie.

Jamie Lynn ist die jüngere Schwester von Britney Spears - der Popstar erlitt 2008 einen Zusammenbruch und steht seitdem unter Vormundschaft. Am 22. August würde diese Maßnahme auslaufen - derzeit wird verhandelt, wie es danach weitergehen soll.

© SZ.de/dpa/jobr
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Am 22. August läuft die Vormundschaft aus, unter der die Sängerin Britney Spears seit zwölf Jahren steht. Derzeit wird verhandelt, wie es danach weitergehen soll - unter ihren Fans führt das zu einer Solidaritätswelle skurrilen Ausmaßes.

Von Jürgen Schmieder

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