Kenia Mehr als 60 Tote durch gepanschten Alkohol

In vielen Armenvierteln Kenias wird gepanschter Alkohol illegal verkauft. Jetzt hat der Fusel mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche weitere sind erblindet.

Durch gepanschten Alkohol sind in Kenia seit Wochenbeginn mindestens 63 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Opfer lägen im Krankenhaus, heißt es in lokalen Medienberichten. Am schwersten betroffen sind Gebiete rund um die Hauptstadt Nairobi sowie im Zentrum und Osten des Landes.

Zahlreiche Menschen seien erblindet, nachdem sie den gestreckten Alkohol getrunken hatten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Vorsitzende der staatsfinanzierten Kampagne gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch äußerte demnach in einem lokalen Fernsehsender die Vermutung, der gepanschte Alkohol stamme von einem einzelnen Produzenten, wahrscheinlich sogar aus einer einzelnen Charge.

In Kenia ist der Konsum von aus Mais selbstgebranntem Schnaps weit verbreitet. Der Alkohol wird vor allem in Armenvierteln illegal verkauft. Manche Hersteller verstärken ihn mit giftigem Methanol. Immer wieder kommt es zu Todesfällen. 2005 starben 45 Menschen an gepanschtem Alkohol, im Jahr 2000 waren es 130.

Versuche, die illegale Alkoholproduktion durch Rechtsmittel einzudämmen, sind in der Vergangenheit immer wieder gescheitert.