Messerattacke:Neun Jahre Haft für Mitschüler von getöteter Keira

14-jährige Keira erstochen - Urteil erwartet

Eines der Hobbys der 14-Jährigen war Eisschnelllauf. Vor dem Eingang zur Halle an der Konrad-Wolf-Straße brennen unmittelbar nach der Tat Kerzen, die an Keira erinnern sollen.

(Foto: Paul Zinken/dpa)
  • Es war ein Fall, der bundesweit für Bestürzung gesorgt hatte: Die 14-jährige Keira war von einem 15-jährigen Mitschüler erstochen worden.
  • In seinem nun verkündeten Urteil bleibt die Jugendkammer des Landgerichts Berlin nur knapp hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück.
  • Das Motiv des 15-Jährigen war offenbar die schiere Lust zu töten. Ein Tatmotiv wie es bei Jugendlichen nur selten vor Gericht verhandelt wird.

Mehr als acht Monate nach einer tödlichen Messerattacke gegen die 14-jährige Keira aus Berlin ist ein Mitschüler zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Eine Jugendkammer des Berliner Landgerichts sprach den 15-Jährigen am Donnerstag des Mordes schuldig. Der Junge habe aus reiner Mordlust getötet. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der Prozess fand wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Tod von Keira hatte bundesweit Fassungslosigkeit und Entsetzen ausgelöst. Die Eisschnellläuferin war am 7. März mit mehr als 20 Messerstichen in ihrer Wohnung in Alt-Hohenschönhausen getötet worden. Täter und Opfer kannten sich. Sie gingen auf dieselbe Schule. In Ermittlerkreisen hieß es, dass beide zu Hausaufgaben verabredet gewesen seien.

Die Mutter hatte ihre blutüberströmte Tochter gefunden, als sie von der Arbeit kam. Ärzte schafften es nicht mehr, das Mädchen zu retten. Karin G. hatte den Prozess als Nebenklägerin verfolgt.

Dass Mordlust das entscheidende Tatmotiv eines Jugendlichen ist, sei ein sehr seltener Fall, hatte Anwalt Roland Weber schon zum Prozessauftakt betont. Weber ist auch Opferbeauftragter des Landes Berlin. Er begleitete im Prozess die Mutter von Keira, Karin G., die Nebenklägerin war.

Das Gericht blieb mit dem Strafmaß nur wenig unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidiger hatten laut Gericht auf eine deutlich geringere Haftstrafe wegen eines "allenfalls minderschweren Fall des Totschlags" plädiert.

Nach der Urteilsverkündung bezeichnete Keiras Mutter das Strafmaß als unzureichend. "Ich fand meine Tochter geknebelt und blutüberströmt vor der Couch, da sind neun Jahre nicht ausreichend", sagte Karin G. Das Urteil sei für sie keine Genugtuung. "Genugtuung kann es nicht geben. Niemand und nichts kann mir meine Tochter zurückbringen."

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Der Junge habe die Tat gestanden, teilt die Polizei mit. Er habe zugegeben, den Jugendlichen in der Nähe des Schulgeländes getötet zu haben.

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