Es gibt so viele unterschiedliche Arten, Katzen zu zeichnen. Eher realistisch, wie es Albrecht Dürer tat. Oder surreal, wie Henri Rousseau. Und in den 1980er-Jahren wurde ein Buch des Cartoonisten Simon Bond in Deutschland zum Bestseller: "Was tun mit toten Katzen? 101 praktische Anregungen". Man wird dem damaligen Verlag wohl nicht zu nahe treten, wenn man behauptet, dass dieses Werk heute nicht mehr publiziert werden würde. Aber jetzt zum Thema: Die Worcester Public Library im US-Bundesstaat Massachusetts hat gerade erklärt, säumigen Ausleihern ihre Strafgebühren zu erlassen, wenn sie ein Bild von einer Katze zeigen. Es darf eine Zeichnung oder ein Foto sein.
Wobei an dieser Stelle mal gesagt werden muss: Die vielen Bilder und Videos von supersüßen Katzen, die man heute permanent gezeigt bekommt, die sind schon auch nervig. Wie nehmen das hässliche, fette, einäugige Kater wahr? Picasso jedenfalls, auch ein großer Tiermaler, sagte einmal, ihm gefielen nur jene Katzen, "die bereit sind, dein Gesicht zu kratzen". Sehr guter Ansatz!
Sollte es die Bibliothek in Worcester wirklich ernst meinen mit ihrem Angebot, so darf sie nicht nur niedliche Bilder in "Hello Kitty"-Optik berücksichtigen. Sie muss auch offen für "Fritz the Cat" und "Tom und Jerry"-Darstellungen sein, der Kater und die Maus, die sich gerne Dynamitstangen ins Maul stopfen. Und wie wäre es mit einer heiteren Darstellung von "Frank und Louie" in Sachen Gebührenbefreiung? So hieß der Kater mit zwei Gesichtern, welcher vor 24 Jahren in der Nähe von Worcester geboren wurde und 15 Jahre alt wurde. Wie er wohl ausgesehen haben mag?
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