SZ-Kolumne "Bester Dinge":Minze, Miezen und Moskitos

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(Foto: Nils Jacobi/mauritius / furryfritz)

Warum sich Katzen in Katzenminze wälzen, war lange unklar. Jetzt steht fest: Es geht ihnen nicht nur um den Drogenrausch.

Von Titus Arnu

Katzen sind mysteriöse Wesen. Sie können mit mehr als 100 verschiedenen Lauten kommunizieren, aber ob sie ins Haus rein oder raus wollen, wissen sie praktisch nie. Wenn sie mal verloren gehen, finden sie Jahre später wieder heim, auch aus 100 Kilometern Entfernung. Ihr Urin leuchtet unter Schwarzlicht, sie hören Töne im Ultraschallbereich und miauen nur, um ihre Menschen herumzukommandieren. Kein Wunder, dass die Ägypter Katzen als Göttinnen anbeteten.

Aber selbst hochseriöse Katzen verlieren ihren Verstand, wenn sie im Garten Katzenminze entdecken. Diese Pflanze enthält einen Duftstoff, der dazu führt, dass sie austicken. Erst schnuppern und knabbern sie an der Minze, dann reiben sie sich daran, schließlich wälzen sie sich in dem Zeug, bis sie total high sind. Tatsächlich wirkt der in der Pflanze enthaltene Stoff Nepetalacton wie eine euphorisierende Droge, haben Wissenschaftler herausgefunden. Sind Katzen also auch nur Menschen?

Nein, wie es aussieht, sind uns die schlauen Katzen wieder mal einen Schritt voraus. Es geht ihnen nicht nur um den banalen Rausch, wie eine neue Studie zeigt, die in der Fachzeitschrift iScience veröffentlicht wurde. Die euphorisierenden Substanzen wehren durch einen komplizierten biochemischen Vorgang auch Insekten ab. Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Menge der Substanz, die von der Pflanze freigesetzt wird, deutlich ansteigt, wenn die Katzen sich darin wälzen. Das Katzen-Ecstasy ist also auch ein hochwirksames biologisches Schutzmittel gegen Mücken und Flöhe - und die Tiere imprägnieren sich wohl absichtlich damit. Ob es auch Menschen hilft, sich gegen Moskito-Angriffe in Katzenminze zu wälzen? Hm, da müsste man mal eine Katze um Rat fragen.

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