Katholische Kirche Priester schickt Jugendlichem Tausende Whatsapp-Nachrichten

Insgesamt soll der Chatverlauf mehr als 3000 DIN-A4-Seiten umfassen.

(Foto: dpa)
  • Ein Geistlicher aus Kleve hat fast zwei Jahre mit einem Minderjährigen gechattet.
  • Das Bistum Münster sieht ein "unangemessenes Kommunikationsverhalten", der Priester tritt daraufhin zurück.
  • Der Rheinischen Post zufolge ist eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Ein Priester aus Nordrhein-Westfalen ist zurückgetreten, nachdem bekannt wurde, dass er einem Jugendlichen über zwei Jahre lang Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt hatte. Das katholische Bistum Münster stufte die Vorfälle als "unangemessenes Kommunikationsverhalten" ein, berichtet die Rheinische Post.

So schrieb der Geistliche aus Kleve in den Textnachrichten dem Medienbericht zufolge, der Junge sei der wichtigste Mensch in seinem Leben, er solle ihn nicht verlassen. Er habe ihn "unendlich doll lieb!".

"Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass dies mit seiner Rolle als Pfarrer nicht zu vereinbaren ist", sagt ein Sprecher des Bistums. Es soll allerdings nichts strafrechtlich Relevantes zwischen dem Priester und dem Minderjährigen passiert sein. Dem Bistum Münster würden keinerlei Hinweise auf sexuellen Missbrauch vorliegen. "In dem Fall geht es allein um die Frage von Nähe und Distanz."

Der Rheinischen Post zufolge ist eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, die nun geprüft werde.

Der Ausdruck des Chatverlaufs soll mehr als 3000 DIN-A4-Seiten umfassen. Die Nachrichten wurden demnach im Zeitraum vom 14. Februar 2016 - damals war der Jugendliche noch 15 Jahre alt - bis zum 22. Dezember 2017 geschrieben.

Mit der Zeit soll der Junge unter den vielen Nachrichten gelitten haben, er suchte Hilfe bei einem Seelsorger der Gemeinde, der den Fall dem Präventionsbeauftragten des Bistums meldete. Das Bistum Münster erklärte in einer Stellungnahme, es bedauere zutiefst, dass der Jugendliche durch das Verhalten des früheren Pfarrers leiden musste.

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