Anruf bei italienischer Nonne Papst am Telefon

Ruft Menschen auf der Welt häufig spontan an: Papst Franziskus.

Zuerst vermutete sie einen Telefonscherz, dann erkannte sie ihre einmalige Chance: Eine italienische Ordensschwester erhielt einen Anruf von Papst Franziskus. Der sei erstaunlich gut über den dramatischen Umweltskandal in ihrer Stadt informiert gewesen.

Papst Franziskus telefoniert gerne und häufig. Der Argentinier ruft gelegentlich Menschen auf der ganzen Welt an und erkundigt sich nach einem kranken Angehörigen, Prüfungsergebnissen oder gratuliert zu Geburtstagen. Die italienische Ordensschwester Teresa aus Casal die Principe bei Caserta war dennoch völlig aus dem Häuschen, als sie den Pontifex plötzlich in Echtzeit und ohne Vorankündigung am Telefon hatte. "Ich war so aufgeregt", erzählte die Nonne einer italienischen Zeitung.

Angefangen hatte die Geschichte in einer Grundschule in der italienischen Stadt Caserta, 40 Kilometer nördlich von Neapel. Schwester Teresa hatte eine Postkarte an den Papst geschrieben, auf der sie von den Müllproblemen in Neapel, dem Umweltskandal und den angeblich dadurch an Krebs gestorbenen Kindern berichtete. Ihre Handynummer notierte die Frau ebenfalls auf der Karte.

Gegen die von der Camorra betriebenen illegalen Mülldeponien zwischen Neapel und Caserta hatten am Wochenende etwa 70.000 Menschen demonstriert. Bei der nächtlichen Verbrennung des Abfalls werden giftige Emissionen freigesetzt. Italienische Medienberichte belegen einen deutlichen Anstieg von Krebserkrankungen in der Region.

Papst spricht Bairisch

Dann verstrich ein bisschen Zeit. Schwester Teresa hatte die Post an den Papst schon fast wieder vergessen, da klingelte ihr Handy. Genau in dem Moment, als sie gerade Grundschulkinder unterrichtete. Der Anrufer habe sich mit "Ich bin Papst Franziskus" gemeldet, erzählte sie dem TV-Sender SKY Tg 24. Sie haben zunächst an einen Scherz geglaubt. Doch dann habe sie die Echtheit des Anrufes verstanden und dem Papst von den Problemen der Kinder erzählt. "Ihre Hände haben das ganze Telefongespräch über nicht aufgehört zu zittern", sagten die Kinder einer italienischen Zeitung. Papst Franziskus sei sehr gut über die Lage in der Region informiert gewesen und habe sein Mitgefühl mit den Betroffenen geäußert, sagte Schwester Teresa. Im Anschluss habe sie dem Pontifex die Grüße der gesamten Schulklasse ausgerichtet. "Die Kinder haben sich sehr über den Anruf gefreut", wird Schwester Teresa zitiert.

Auch die Gläubigen in Bayern können sich vielleicht bald über einen Anruf des Papstes freuen. Immerhin lernt Papst Franziskus eifrig Bairisch. So sei der Papst einer Einladung des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, gefolgt. Pünktlich um 13.30 Uhr hielt demnach das päpstliche Auto vor dem Haus an der Piazza della Cittá Leonina, in dem der frühere Regensburger Bischof wohnt. Es sei "à la bavarese" gekocht worden, als Hauptgang gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat. Franziskus schmeckte es nach Berichten der "Passauer Neuen Presse" so gut, dass er den Köchinnen signalisierte, er könne nicht mehr - woraufhin diese ihm beibrachten, wie man das auf Bairisch sagt. Beim abschließenden Kaffee soll er die Sätze "I konn nimma" und "I mog jetz nix mehr" bereits fast akzentfrei gesprochen haben.