Karibik Mindestens 283 Tote durch Hurrikan, Millionen auf der Flucht

  • Hurrikan Matthew ist über Haiti und Teile der Dominikanischen Republik hinweggezogen und hat dabei starke Schäden verursacht, über 260 Menschen kamen bisher ums Leben.
  • Die Regierung von Haiti sagte deshalb die für Sonntag geplante Präsidentenwahl ab.
  • Nun bereitet sich der Südosten der USA auf den Wirbelsturm vor. Obama hat für Florida und South Carolina den Notstand ausgerufen.

Durch Hurrikan Matthew sind in Haiti und der Dominikanischen Republik mindestens 283 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Innenministerium mit.

Zahlreiche Straßen standen unter Wasser, Bäume und Strommasten knickten um. Die wichtigste Brücke zwischen Haitis Hauptstadt Port-au-Prince und den Départements im Süden stürzte ein. Häuser und Felder wurden beschädigt. Die Verbindung in die Region, in der die meisten Menschen in kleinen Häusern mit Wellblechdächern leben, wurde dadurch abgeschnitten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in Haiti 1300 Notunterkünfte mit Kapazität für 340 000 Menschen eingerichtet. Allerdings sei fraglich, ob die Evakuierungszentren dem heftigen Sturm standhalten können. Die Europäische Union sagte 255 000 Euro Soforthilfe zu. "Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten", sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincent. Haiti gilt als ärmstes Land des amerikanischen Doppelkontinents. Sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben, bei dem 2010 rund 250 000 Menschen ums Leben kamen, leben immer noch Tausende Obdachlose in Zelten. Die Wahlkommission in Haiti hat wegen Hurrikan Matthew die für Sonntag geplante Präsidentenwahl verschoben.

In Kuba stürzten Bäume um

Auch in Kuba wütete der Sturm. "Wir haben Wellen von drei bis vier Metern Höhe. Außerdem heftigen Regen und leichte Überschwemmungen", sagte der Leiter des Zivilschutzes der Stadt Baracoa, Tony Matos, am Dienstagabend (Ortszeit).

Bäume stürzten um und Straßen wurden überschwemmt. Die kubanischen Behörden hatten die Bevölkerung in der Küstenregion allerdings bereits seit Tagen auf den Wirbelsturm vorbereitet. Etwa zwei Millionen Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Die US-Streitkräfte zogen ihr nicht essenzielles Personal von der Militärbasis Guantánamo ab.

US-Präsident Obama ruft Notstand aus

Auch der Südosten der USA bereitet sich auf Hurrikan Matthew vor. Der Hurrikan sollte nach der Prognose des US-Hurrikan-Zentrums am Donnerstag und Freitag an der Ostküste des US-Bundesstaats Florida vorbeiziehen. Auf dem Weg zur Küste war der Wirbelsturm zu einem Wirbelsturm der Stärke vier aufgelaufen - er erreichte Windgeschwindigkeiten von 225 Kilometern pro Stunde.

Etwa drei Millionen Menschen sind von den Anordnungen der Behörden zur unverzüglichen Evakuierung ihrer Wohngebiete betroffen. Floridas Gouverneur Rick Scott warnte, wer sich der Anordnung widersetze, riskiere den Tod. "Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben", sagte Scott.

Klimawandel Was Forscher über den Klimawandel wirklich wissen
Überblick

Erderwärmung

Was Forscher über den Klimawandel wirklich wissen

Wie ist der Stand der Wissenschaft zu den wichtigsten Fragen?   Von Christoph von Eichhorn, Marlene Weiß und Markus C. Schulte von Drach

US-Präsident Barack Obama rief wegen des herannahenden Sturms den Notstand für die Bundesstaaten Florida und South Carolina aus. Damit werden die Katastrophenschutzbehörde Fema und das Heimatschutzministerium autorisiert, die Behörden in Florida zu unterstützen.

Auch in n South Carolina ordnete Gouverneurin Nikki Haley die Evakuierung der Küsten an. 1,5 Millionen Menschen sollen spätestens ab Mittwoch mindestens 160 Kilometer ins Inland fliehen.