KanarenTote und Verletzte durch Riesenwellen auf Teneriffa

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Ein Helikopter des kanarischen Rettungsdienstes (SUC) steht in der Nähe des Strands von Roque de las Bodegas auf Teneriffa.
Ein Helikopter des kanarischen Rettungsdienstes (SUC) steht in der Nähe des Strands von Roque de las Bodegas auf Teneriffa. (Foto: 112 Canarias/dpa)
  • Drei Menschen sterben und 15 werden verletzt, als Riesenwellen Touristen an Stränden auf Teneriffa ins Meer reißen.
  • In Puerto de la Cruz werden zehn Menschen ins Meer gespült, eine Frau erleidet einen Herzstillstand und stirbt trotz Wiederbelebungsversuchen.
  • Behörden warnen seit Tagen vor hohem Wellengang und haben mehrere Strände gesperrt, rote Flaggen signalisieren höchste Gefahrenstufe.
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Drei Menschen sterben und 15 Menschen werden teilweise schwer verletzt, als Riesenwellen mit Wucht an den Strand der kanarischen Ferieninsel treffen. Touristen und Einheimische werden ins Meer gerissen. Seit Tagen warnen Behörden vor hohem Wellengang.

Riesenwellen haben auf Teneriffa zahlreiche Menschen ins Meer gespült – darunter auch viele Touristen, vor allem aus Frankreich. Bei verschiedenen Zwischenfällen an den Küsten seien drei Menschen ums Leben gekommen, teilten die Behörden der spanischen Urlaubsinsel mit. Außerdem wurden demnach insgesamt 15 Menschen verletzt. „Tragischer Tag an Teneriffas Küsten“, titelte die Zeitung Diario de Avisos. Unter den Todesopfern ist eine Frau, die nach übereinstimmenden Medienberichten Niederländerin und 79 Jahre alt war. Die Nationalität wurde von den Behörden auf Anfrage bestätigt, das Alter vorerst nicht.

Die Frau war am Samstagnachmittag in dem Ort Puerto de la Cruz an der Nordküste der Kanareninsel zusammen mit neun weiteren Menschen durch die Wucht der auf Land treffenden Wassermassen ins Meer gerissen worden. Polizisten und Passanten konnten alle Betroffenen wieder an Land bringen. Die Niederländerin habe jedoch einen Herzstillstand erlitten und sei trotz Wiederbelebungsversuchen von Sanitätern vor Ort gestorben. Die anderen neun Menschen, darunter drei französische Touristen, seien mit zum Teil schweren Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Tote und Verletzte durch Riesenwellen auf Teneriffa. Video: Julia Bergmann, SZ

Das zweite Todesopfer wurde in Charco del Viento rund 15 Kilometer westlich von Puerto La Cruz gemeldet. Ein 43-jähriger Spanier stürzte dort beim Angeln ins Meer. Er sei schnell per Hubschrauber geborgen worden, die Sanitäter hätten aber nur noch seinen Tod feststellen können, berichtete die Zeitung El Día. Hier gehen die Behörden ebenfalls davon aus, dass der Mann Opfer einer Riesenwelle wurde, auch wenn es in diesem Fall keine Augenzeugen gab.

Mit dem Schrecken und moderaten Verletzungen kamen unterdessen sechs Touristen aus Frankreich davon, die in dem Ort Playa del Roque de Las Bodegas im Bezirk Anaga ganz im Nordosten der Insel ebenfalls von einer Riesenwelle ins Meer gespült worden waren.

Vor der Südküste der Insel war bereits am Samstagvormittag am Strand El Médano ein Mann tot aus dem Meer geborgen worden. Strandbesucher und Rettungskräfte versuchten, ihn wiederzubeleben, doch alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Inwieweit der starke Wellengang für dieses Unglück verantwortlich war, blieb zunächst unklar.

Behörden warnen seit Tagen vor hohem Wellengang

Vieles deutet aber darauf hin, dass in allen Fällen ein erhebliches Maß an Unvorsichtigkeit seitens der Betroffenen vorlag. Die Behörden teilten mit, dass etwa in Anaga die sechs Touristen aus Frankreich – nach Medienberichten drei Paare – eine dort angebrachte Sicherheitsabsperrung missachtet haben.

Teneriffa gehört zur spanischen Inselgruppe der Kanaren, die vor der Westküste Nordafrikas im offenen Atlantik liegt. Besonders im Herbst und Winter werden vor allem die West- und Nordküsten der Inseln oft von sehr großen Wellen getroffen, die durch Stürme weit draußen im Atlantik entstehen.

Diese großen und sehr energiereichen Wellen brechen in dem tiefen Meer rund um die Inseln erst ganz kurz vor der Küste und treffen fast ungebremst auf Land. Die Folgen können für Menschen, die sich gerade auf Uferpromenaden oder einer Hafenmole aufhalten, verheerend sein. Laut Diario wurde die Bevölkerung dringend gebeten, in der Nähe der Brandungszonen keine Fotos oder Videos aufzunehmen.

Der Playa Jardín in Puerto de la Cruz war bereits seit Tagen wegen einer Warnung vor extrem hohen Wellen gesperrt. Der Wellengang ist auch deutlich sichtbar extrem rau. An mehreren Strand- und Küstenabschnitten sind rote Flaggen gehisst – die höchste Gefahrenstufe. Seit den Vorfällen wurden einige Abschnitte noch weiträumiger gesperrt.

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