Kanada:Die Grünen-Politikerin und der falsche Strohhalm

Kanada: Die kanadische Grünen-Politikerin Elizabeth May könnte sich eigentlich auch ohne Bildmanipulation freuen: Die Partei hat Umfragen zufolge mehr als sieben Prozent dazu gewonnen.

Die kanadische Grünen-Politikerin Elizabeth May könnte sich eigentlich auch ohne Bildmanipulation freuen: Die Partei hat Umfragen zufolge mehr als sieben Prozent dazu gewonnen.

(Foto: Green Party of Canada)

Schon wieder sorgt ein Foto im kanadischen Wahlkampf für Aufsehen: Die Grünen-Chefin muss sich nach einer Photoshop-Panne erklären.

Dass im politischen Betrieb Bilder benutzt werden, um besonders sympathisch rüberzukommen, ist Usus. Authentizität liebt der Wähler, allerdings nur, wenn diese auch wirklich authentisch ist. Die Grüne Partei Kanadas musste nun zugegeben, ein Foto auf ihrer Webseite manipuliert zu haben.

Es handelt sich dabei um ein Bild der Parteivorsitzenden Elizabeth May, die lachend im schwarz-weiß-gestreiften Oberteil auf einem Straßenmarkt in Sydney steht, in der Hand einen Becher. Eigentlich sympathisch, wäre da nur nicht das Trinkgefäß. Augenscheinlich handelte es sich dabei um einen wiederverwertbaren Plastikbecher mit Metallstrohalm, auf dem das Parteilogo der Grünen zu sehen ist. Allerdings gibt es auch eine frühere, ebenfalls von der Partei veröffentlichte Version des Fotos - und darauf ist es noch ein Pappbecher zu sehen. Nicht gerade grün also. Oder doch?

May selbst will von der Manipulation nichts gewusst haben. Sie hoffe, dass "die Menschen glauben können", dass auf dem Originalbild "nichts" zu sehen ist, dass sie versteckt hätte. Schließlich seien die Pappbecher doch kompostierbar. Immerhin reagiert sie schlagfertig: "Es tut mir leid für den Mitarbeiter, der das getan hat. Ich will ihn nicht im Fernsehen als dumm bezeichnen, aber es gab nichts zu verbergen. Warum also das Bild verändern? Ich habe keine Ahnung", zitiert sie der Guardian. Ihr Rat: "Wenn sie wieder Photoshop benutzen, können sie dann nicht etwas mit meinem Gesicht machen und es ein bisschen jünger aussehen lassen?"

May ist nicht die einzige kanadische Politikerin, die gerade mit einem Foto kämpft. Auch Premier Justin Trudeau wurde im Wahlkampf mit einem umstrittenen Bild konfrontiert: 2001 hatte der damals 29-Jährige sich als Aladdin verkleidet - und sich das Gesicht braun angemalt. Dieses Bild ist allerdings echt.

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