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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ein besonderer Härtefall

(Foto: David Ebener/dpa)

Kanada rätselt über Butter, die sich einfach nicht verstreichen lassen will.

Von Violetta Simon

Die Butter ist meistens zu hart, das weiß jeder, der einen Kühlschrank besitzt. Überhaupt hat man mit Butter nur Ärger. Zum Beispiel wird sie einem häufig vom Brot genommen. Kein Wunder, denn sie macht so gut wie alles viel schmackhafter. Womit wir beim nächsten Haken wären: dass sie so viele Kalorien hat. Das Einzige, wofür die Butter nichts kann, ist die Sache mit der Brotseite, die angeblich stets auf dem Boden landet, wie Murphys Gesetz besagt. Das ist längst widerlegt, es liegt an der Tischhöhe, nicht am Gewicht der Butter. Hat ihr nichts genützt.

Aber kommen wir zurück auf Problem Nummer eins: Harte Butter ist eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit. "Butter zu hart" ergibt 29 Millionen Treffer bei Google, ein Vielfaches von Suchbegriffen wie "soziale Gerechtigkeit" oder "Diskriminierung", ja sogar mehr als "Impfstoff-Probleme".

Bisher beschränkte die Aufregung sich auf Privathaushalte. Neuerdings jedoch zieht in Kanada der Hashtag #buttergate in den sozialen Netzwerken große Kreise: Angeblich ist die Butter dort seit Monaten ein besonderer Härtefall, selbst bei Raumtemperatur lässt sie sich nicht verstreichen. Kolumnisten rätseln, wann die Butterkrise ihren Lauf nahm, Milchbauern richten Arbeitsgruppen ein. Eine Theorie: Die Bauern mischen ihren Kühen Palmöl ins Futter, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen - ja, auch die Kanadierinnen und Kanadier nutzen die Pandemie zum Ausprobieren neuer Backrezepte.

Und was ist nun die gute Nachricht? Dass sie in Kanada ansonsten keine größeren Sorgen zu haben scheinen. Alles in Butter also.

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