Mitten in ... Blackstone Territorial Park
Ungünstige Umstände erzwangen eine nicht eingeplante Übernachtung auf dem Campingplatz im Blackstone Territorial Park, Nordwest-Kanada. Dort warnen Schilder dringend davor, Bären anzulocken. Kein Schild warnt vor einer viel präsenteren Gefahr. Wie hatte der Guide vor dem Aussteigen gesagt? Ach ja, am besten rennt ihr, bevor ihr ins Zelt geht, schnell weg und wieder hin. Um die Mücken abzuschütteln. Dann fliegen höchstens ein, zwei Dutzend von ihnen mit ins Innere. Die Gruppe lachte amüsiert, netter Scherz. Dann kam der Bus an, die Schiebetür wurde geöffnet und plötzlich war alles schwarz vor Mücken, Stechfliegen und beißenden Bremsen. Die Mückenjagd später im Zelt glich der Schlacht von Cannae, aus römischer Sicht. Anderntags zählte der Spitzenreiter der Gruppe 279 Stiche. Aber sonst ist es richtig schön in Blackstone. Joachim Käppner

Mitten in ... Bad Aibling
Man humpelt nach vollzogener Operation an der Wirbelsäule lädiert durch die Klinikgänge in Bad Aibling. Noch ziemlich im Tran und im Nebel irgendwo zwischen Oxy und Tilidin. Da fliegt plötzlich die Tür zum OP-Raum auf, und ein zielstrebiger Mensch im Arztkittel eilt an einem vorbei und man denkt: Äh, nanu, das ist doch der Politikchef der Süddeutschen Zeitung. Also das Handy rausgeholt und eine fragende Teams-Nachricht in Richtung Zentrale geschickt: „Nico, ich hab gerade einen Schock gekriegt, ich schätze dich sehr, möchte mich aber ungern von dir operieren lassen.“ Die Antwort erfolgt rasch und klingt beruhigend. Der Kollege klärt auf, er sei in München und er drücke nur die Daumen und zücke nicht das Skalpell. Vielleicht ist es einfach an der Zeit, so langsam die Schmerzmittel abzusetzen. Hannah Wilhelm

Mitten in … Cádiz
Ein Café in einer Gasse der andalusischen Hafenstadt Cádiz. Bei Pasteís de Nata und Kaffee unterhalten sich die deutschen Gäste mit der chilenischen Bedienung über das Leben, die Heimat und über Cádiz. Genauer: über die Tierliebe der Gaditanos – so nennt man die Menschen hier. Die Gäste und die Kellnerin wundern sich gemeinsam, dass es in der Stadt so viele Hunde gibt. Und so viele Haufen. Da kommt ein Pärchen mit einer Straßenkötermischung vorbei. Stammkunden. Die perfekte Gelegenheit, um die Gründe für die Hundeliebe zu erforschen. Die Deutsche fragt, ob der Eindruck stimme, dass es in Cádiz mehr Hunde als Kinder gibt. Lachend antwortet das Paar: Ja. Hunde kosten weniger und schreien nachts nicht. Und was ist mit den Haufen? Und den Rentenbeitragszahlern? Eher kein Thema für ein Cafégespräch unter Fremden. Susanne Perras
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