Kolumne „Mitten in ...“Wo Bären die Mücke machen

Lesezeit: 2 Min.

Illustration: Marc Herold

Ein SZ-Redakteur lernt auf einem Campingplatz in Nordwest-Kanada: Die lokalen Theorien zur tierischen Hauptgefahr sind nicht ganz stichfest. Drei Anekdoten aus aller Welt.

SZ bei Google bevorzugen

Mitten in ... Blackstone Territorial Park

Ungünstige Umstände erzwangen eine nicht eingeplante Übernachtung auf dem Campingplatz im Blackstone Territorial Park, Nordwest-Kanada. Dort warnen Schilder dringend davor, Bären anzulocken. Kein Schild warnt vor einer viel präsenteren Gefahr. Wie hatte der Guide vor dem Aussteigen gesagt? Ach ja, am besten rennt ihr, bevor ihr ins Zelt geht, schnell weg und wieder hin. Um die Mücken abzuschütteln. Dann fliegen höchstens ein, zwei Dutzend von ihnen mit ins Innere. Die Gruppe lachte amüsiert, netter Scherz. Dann kam der Bus an, die Schiebetür wurde geöffnet und plötzlich war alles schwarz vor Mücken, Stechfliegen und beißenden Bremsen. Die Mückenjagd später im Zelt glich der Schlacht von Cannae, aus römischer Sicht. Anderntags zählte der Spitzenreiter der Gruppe 279 Stiche. Aber sonst ist es richtig schön in Blackstone. Joachim Käppner

Illustration: Marc Herold

Mitten in ... Bad Aibling

Man humpelt nach vollzogener Operation an der Wirbelsäule lädiert durch die Klinikgänge in Bad Aibling. Noch ziemlich im Tran und im Nebel irgendwo zwischen Oxy und Tilidin. Da fliegt plötzlich die Tür zum OP-Raum auf, und ein zielstrebiger Mensch im Arztkittel eilt an einem vorbei und man denkt: Äh, nanu, das ist doch der Politikchef der Süddeutschen Zeitung. Also das Handy rausgeholt und eine fragende Teams-Nachricht in Richtung Zentrale geschickt: „Nico, ich hab gerade einen Schock gekriegt, ich schätze dich sehr, möchte mich aber ungern von dir operieren lassen.“ Die Antwort erfolgt rasch und klingt beruhigend. Der Kollege klärt auf, er sei in München und er drücke nur die Daumen und zücke nicht das Skalpell. Vielleicht ist es einfach an der Zeit, so langsam die Schmerzmittel abzusetzen. Hannah Wilhelm

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Cádiz

Ein Café in einer Gasse der andalusischen Hafenstadt Cádiz. Bei Pasteís de Nata und Kaffee unterhalten sich die deutschen Gäste mit der chilenischen Bedienung über das Leben, die Heimat und über Cádiz. Genauer: über die Tierliebe der Gaditanos – so nennt man die Menschen hier. Die Gäste und die Kellnerin wundern sich gemeinsam, dass es in der Stadt so viele Hunde gibt. Und so viele Haufen. Da kommt ein Pärchen mit einer Straßenkötermischung vorbei. Stammkunden. Die perfekte Gelegenheit, um die Gründe für die Hundeliebe zu erforschen. Die Deutsche fragt, ob der Eindruck stimme, dass es in Cádiz mehr Hunde als Kinder gibt. Lachend antwortet das Paar: Ja. Hunde kosten weniger und schreien nachts nicht. Und was ist mit den Haufen? Und den Rentenbeitragszahlern? Eher kein Thema für ein Cafégespräch unter Fremden. Susanne Perras

Weitere Folgen der Kolumne „Mitten in …“ finden Sie hier.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Japan
:Der Sommerhit in diesem Jahr? Eine Kaltwasser-Nudelsuppe

Der japanische Lebensmittelkonzern Nissin hat fünf Jahre lang an einer neue Suppe gearbeitet, die auf den Klimawandel reagiert. In Japan ist sie nun innerhalb einer Woche ausverkauft worden.

Von David Pfeifer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: