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Kampf gegen Seeräuber vor Somalia:Piraten versenkt

Niederländische Marinesoldaten haben bei einem Gefecht mit Piraten im Golf von Aden zwei Somalier erschossen und die Leichen im Meer versenkt.

Niederländische Marinesoldaten haben am Wochenende bei einem Feuergefecht mit Piraten im Golf von Aden zwei Somalier erschossen und die Leichen im Meer versenkt. Das teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Den Haag mit.

Niederländische Marinesoldaten auf Motorbooten bei der Befreiung des gekaperten Fischereischiffs aus Iran.

(Foto: AP)

Der Kommandant der Fregatte Tromp habe nach Rücksprache mit dem Ministerium keine Alternative zu der Seebestattung gesehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien unter anderem die hohen Temperaturen in dem Seegebiet gewesen, die gegen die geringe Chancen abgewogen werden mussten, die sterblichen Überreste an jemanden in Somalia zu übergeben. Nach Angaben des Ministeriums wurden bei dem Gefecht, das sich bereits am Samstag ereignet habe, mehrere weitere Seeräuber verwundet.

Die Piraten hätten das Feuer eröffnet, als die Fregatte Tromp einem gekaperten Fischerboot aus Iran zur Hilfe gekommen sei. Insgesamt 16 Somalier seien bei der Befreiungsaktion festgenommen worden. Sie sollen an Bord festgehalten werden, bis die niederländische Staatsanwaltschaft entschieden hat, ob Anklage erhoben wird oder nicht. Die Männer würden gut behandelt werden, betonte die Sprecherin. Die Verwundeten erhielten medizinische Versorgung; keiner von ihnen sei in Lebensgefahr.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Besatzung der Tromp, die für die EU-Antipiratenmission Atalanta vor Somalia im Einsatz ist, das deutsche Containerschiff Taipan aus der Gewalt von Piraten befreit. Die dabei festgenommenen zehn Somalier wurden zunächst in die Niederlande gebracht und dann an Deutschland ausgeliefert. Seit November 2010 müssen sie sich wegen Gefährdung des Seeverkehrs und erpresserischen Menschenraubs vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

© sueddeutsche.de/dpa/aho

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