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Kampf gegen die Ölpest:Große Lösung für eine große Katastrophe

Nachdem Hurrikan "Alex" die Rettungsarbeiten im Golf von Mexiko zuletzt stark behindert hatte, gibt es nun neue Hoffnung: Der Riesen-Tanker "A Whale" soll ölverseuchtes Wasser aufsaugen - und sauberes wieder ausspucken.

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko soll jetzt ein Super-Tanker entscheidende Fortschritte bringen. Das riesige taiwanesische Schiff A Whale ("Ein Wal") könne täglich bis zu 80 Millionen Liter des verseuchten Wassers vom Öl befreien, berichteten US-Medien.

Riesen-Tanker "A Whale", Reuters

Neue Hoffnung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Der taiwanesische Riesen-Tanker "A Whale" soll ölverseuchtes Wasser reinigen.

(Foto: Reuters)

Das Schiff - mehr als drei Fußballfelder lang und etwa zehn Stockwerke hoch - hat am Mittwoch in einem Hafen in Louisiana angelegt. Die US-Küstenwache will kurzfristig entscheiden, ob es zur Bekämpfung der Umweltkatastrophe eingesetzt werden darf.

Der Tanker hat auf jeder Seite zwölf Öffnungen, die das ölige Wasser aufsaugen und sauberes wieder ausspeien. Der Gigant sei extra wegen der Ölpest umgerüstet worden, heißt es in einer Mitteilung des taiwanesischen Unternehmens TMT Group. "Eine große Katastrophe braucht eine große Lösung", sagte der Firmengründer Nobu Su. Jedoch sei das Schiff zu diesem Zweck nie getestet worden. Zunächst müsse die US-Umweltbehörde die Qualität des gereinigten Wassers prüfen.

Das raue Wetter in der Krisenregion mit Sturmausläufern des Hurrikans "Alex" und hohen Wellen behindert weiterhin die Reinigungsarbeiten im Golf und an der Küste. Mehr als 500 eingesetzte Schiffe zum Abschöpfen und Abfackeln des Ölteppichs auf der Wasseroberfläche mussten in den Häfen bleiben. "Erst wurden wir vom Öl als Geisel genommen, jetzt vom Wetter", sagte Küstenwachen-Konteradmiral Paul Zukunft.

Wegen des Sturms zerrissen einige der im Wasser ausgelegten Barrieren, die das Öl von den Küsten abhalten sollen. Der Wind aus südöstlicher Richtung drückte den Ölteppich wieder näher an die ökologisch sensiblen Marsch- und Feuchtgebiete in Mississippi und Louisiana heran.

© dpa/jobr/juwe
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