Kalifornien Schütze von Thousand Oaks war bei den Marines

Ermittler untersuchen den Tatort.

(Foto: AP)
  • In der kalifornischen Stadt Thousand Oaks hat ein Mann in einer Bar das Feuer eröffnet.
  • Zwölf Menschen wurden getötet, auch der Schütze ist tot - mittlerweile wurde er als 28-jähriger Veteran der Marines identifiziert.

Im US-Bundesstaat Kalifornien hat ein Mann das Feuer auf Gäste in einem Lokal in der Stadt Thousand Oaks eröffnet. Dem Sheriff-Büro von Ventura County zufolge wurden zwölf Menschen getötet und mehrere verletzt. Unter den Toten ist ein Polizist, der zuerst am Tatort gewesen ist. Auch der Schütze ist tot. Dem Sheriff zufolge erschoss er sich selbst. Die Polizei hat ihn nach eigenen Angaben mittlerweile als 28-jährigen Veteran der Marines identifiziert. Übereinstimmend war er zuvor als dunkel gekleidet und teilweise vermummt beschrieben worden.

Der Mann sei wegen "kleiner Vorfälle" in der Vergangenheit der Polizei bekannt, sagte der Sheriff des Verwaltungsbezirks Ventura, Geoff Dean. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde über Ruhestörung, wegen derer ihn die Polizei im vergangenen April aufgesucht habe. Bei diesem damaligen Vorfall habe er "zornig" und "irrational" gewirkt. Experten hätten daraufhin seinen mentalen Zustand untersucht und ihn gehen lassen. Dean schloss nicht aus, dass der Mann aufgrund seiner Militärzeit an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden könnte.

Der Zeitung Ventura County Star zufolge wurden mindestens 30 Schüsse aus einer halbautomatischen Waffe abgefeuert. Medienberichten zufolge hatte er die Waffe, eine Pistole, legal erworben. Außerdem soll der Angreifer Rauchbomben verwendet haben.

Ein Zeuge sagte ABC zufolge, der Schütze habe auf einen Wachmann geschossen und dann Rauchbomben geworfen. Dann habe er das Feuer auf die anderen Menschen in dem Lokal eröffnet. "Er hat einfach weiter geschossen", sagte der Zeuge. Eine junge Frau beschrieb, wie sie sich von der Tanzfläche zum Hintereingang flüchtete. "Die Leute haben mit Stühlen die Fenster eingeschlagen, um rauszukommen."

Sheriff Dean beschrieb den Tatort als "entsetzlich". Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass der Angreifer eine Handfeuerwaffe hatte. Ein Sturmgewehr oder Ähnliches sei bisher nicht gefunden worden, sagte Dean. Das Motiv des Täters sei noch immer unklar. Auch Ermittler der Bundespolizei FBI waren vor Ort.

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Der Angriff hatte am späten Mittwochabend um etwa 23.20 Uhr Ortszeit in der "Borderline Bar & Grill" in Thousand Oaks begonnen. Bei dem Lokal handelt es sich örtlichen Medien zufolge um eine Western-Bar, die regelmäßig Country-, Salsa- und Swingabende veranstaltet. Sie wird vor allem von Studenten zweier nahegelegener Universitäten besucht. Der Webseite der Bar zufolge stand am Donnerstagabend eine Party für College-Studenten auf dem Programm, die "College Country Night". Um jeweils 21.30 Uhr und 22.30 Uhr wurden dort Tanzstunden angeboten. Zum Zeitpunkt des Angriffs waren Zeugen zufolge mehrere Hundert Besucher in dem Lokal.

US-Präsident Donald Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, er sei über das "schreckliche" Ereignis vollständig informiert worden. Er lobte die Polizei für deren "großen Mut" und wünschte den Opfern und deren Familien Gottes Segen. Der Bürgermeister der Stadt, Andy Fox, sagte CNN, dass Thousand Oaks als eine der sichersten Städte des Landes gelte. "Darauf sind wir stolz." Vorfälle wie diese könnten allerdings zu jeder Zeit und an jedem Ort passiert, fügte Fox hinzu.

Thousand Oaks liegt im Bezirk Ventura etwa 50 Kilometer nordwestlich der Innenstadt von Los Angeles und hat etwa 125 000 Einwohner.

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