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Kachelmann-Prozess:Ende in Sicht

Das Landgericht Mannheim will den Fall Kachelmann in wenigen Monaten abschließen - und entspricht damit nach einem Schlagabtausch dem Ruf der Verteidigung.

Das Landgericht Mannheim will den Prozess gegen Jörg Kachelmann im Mai abschließen - nach einem heftigen Wortwechsel mit dem zuständigen Verteidiger.

Kachelmann-Prozess

Jörg Kachelmann kommt zum 30. Prozesstag: Das Mannheimer Landgericht verhört an diesem Tag besonders Computerexperten.

(Foto: dpa)

Im Prozess gegen den Fernsehmoderator widersprach der Vorsitzende Richter Michael Seidling Vorwürfen des Verteidigers Johann Schwenn, das Gericht wolle die Beweisaufnahme "ad infinitum" - bis ins Unendliche - fortführen. Schwenn warf dem Gericht in einem 45-minütigen Schlagabtausch außerdem vor, "mit Hängen und Würgen etwas Belastendes finden zu wollen". Mittlerweile dauert der Prozess bereits 30 Verhandlungstage.

Seidling entgegnete, das Gericht komme Kachelmann entgegen, wenn es ihn im April für drei Wochen zu seinen Kindern nach Kanada reisen lasse. Der Beisitzende Richter, Joachim Bock, warf Schwenn vor, die Strafkammer vor allem in öffentlichen Hauptverhandlungen anzugreifen. Wörtlich sagte Richter Bock zu Schwenn: "Sobald die Zuschauer nicht mehr da sind, können wir uns ganz gut unterhalten. Es wäre schön, wenn wir das auch in öffentlicher Hauptverhandlung fortsetzen könnten." Der Verdacht, das Gericht arbeite auf eine Verurteilung hin, seien "schlicht Unterstellungen".

Das Gericht vernahm an diesem Dienstag zwei Technik-Experten der Polizei, die unter anderem Daten vom Mobiltelefon Kachelmanns und vom Computer seiner ehemaligen Geliebten ausgewertet hatten.

Die 37-Jährige beschuldigt Kachelmann, er habe sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt. Auf ihrem Rechner waren unter anderem Fotos von Blutergüssen gefunden worden, die sie selbst aufgenommen hatte. Der 52-jährige Kachelmann bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe.

Der Ausdruck des Chat- und Email-Verkehrs zwischen den beiden vom Juni 2006 bis zum Vortag des Treffens vom 9. Februar 2010 habe 1400 Seiten, berichtete einer der Experten.

Außerdem fuhr das Mannheimer Landgericht mit der Vernehmung weiterer Polizeibeamter fort. Wie ein Polizeibeamter vor Gericht angab, suchte das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer bereits ein Jahr vor der angeblichen Tat im Internet nach einer möglichen Nebenbuhlerin. .Auch am Donnerstag soll ein Polizist als Zeuge gehört werden.

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